Kaufprämie: von 5000 runter auf 4000 Euro

Nun ist es offiziell, die Kaufprämie kommt. Bundesregierung und Autoindustrie haben sich geeinigt, dass reine Elektroautos mit 4000 Euro bezuschusst werden.

Heute morgen bestätigte nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" Thorsten Schäfer-Gümbel, der stellvertretende SPD-Chef, die Einigung auf eine Förderung von elektrisch angetriebenen Autos. Aus den Fraktionen hatte es dagegen Widerstand gegeben. Vor allem in der Union sei der Widerstand laut "Rheinischer Post" groß gewesen. Die Autoindustrie hat sich laut Fraktionsvize Michael Fuchs in letzter Zeit nicht gerade beliebt gemacht. "Eine so gut aufgestellte Branche muss auch in der Lage sein, selbst in die Markteinführung einer Zukunftstechnologie zu investieren", zitiert das Blatt den Wirtschaftspolitiker.

Nun sieht die Einigung vor, dass reine E-Autos 4000 Euro und Hybrid-Fahrzeue mit ergänzendem Verbrennungsmotor 3000 Euro Kaufprämie erhalten. Zuvor waren 5000 Euro für reine E-Mobile im Gespräch gewesen. Die Förderung soll bis spätestens 2020 auslaufen. Nach Informationen der "SZ" teilen sich Bund und Hersteller die Kosten jeweils zur Hälfte. Außerdem gilt die Prämie nur für Modelle mit einem Listenpreis von maximal 60 000 Euro für das Basismodell. So sollen Luxusautos von der Förderung ausgeschlossen werden. Ladestationen sollen mit rund 3000 Euro gefördert werden.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) kritisiert die Kaufprämie. Er findet den Ansatz, die Zuschüsse über Steuergelder zu finanzieren, falsch. Damit werde "jeder Fußgänger, jeder Radfahrer und jeder Bahnfahrer" zur Kasse gebeten, moniert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Besser wäre eine Gegenfinanzierung durch eine Sonderabgabe auf besonders klimaschädliche Fahrzeuge. Dies sehen auch die Grünen so. "Wer Dreckschleudern fährt, wer mit großen Motoren unterwegs sein will, der soll mehr zahlen für die Kfz-Steuer, und daraus kann man auch die Kaufprämie finanzieren", sagt Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt.

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) spricht sogar von Planwirtschaft de luxe. Die Förderung werde aber Wunsch und Wirklichkeit nicht zusammenführen. BdST-Präsident Reiner Holznagel plädiert für mehr Gelassenheit und Zeit. "Mit einem Gewalt-Programm wird man keine tragfähigen Effekte erzielen". Laut dem Verband sind alle Autokonzerne in Deutschland zudem bereits seit Jahren über verschiedene Förderprogramme der Bundesregierung in punkto Elektromobilität hoch subventioniert. "Es ist absurd, dass die Gewinne einiger Autokonzerne höher sind als die Etats der subventionierenden Ministerien", kritisiert Holznagel.

Zweifel an der Kaufprämie allgemein äußern Ökostromanbieter Lichtblick und die Umweltorganisation WWF. Eine neue Förderung müsse die Menschen tatsächlcih zum Umstieg auf Elektroautos bewegen und sie deutlich attraktiver zu konventionellen Fahrzeugen machen. Laut einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Yougov im Auftrag der beiden, bezweifeln 69 Prozent der Deutschen, dass die Politik mit dieser Fördermaßnahme ihr Ziel von einer Million Elektroautos bis 2020 erreichen wird. Lediglich 15 Prozent glauben demnach an einen Erfolg der Prämie.

Auch die ZfK hat eine Umfrage zur Elektromobilität gestartet. Soll die Kaufprämie eingeführt werden – ja oder nein? Machen Sie mit und stimmen Sie ab unter www.zfk.de in der rechten Seitenleiste unten. (sg)