Die Stadtwerke Gütersloh investieren in neue Ladesäulen für Elektrofahrzeuge.
Bild: © Stadtwerke Gütersloh

Mehr E-Ladesäulen für Gütersloh

Die Stadtwerke Gütersloh (SWG) wollen noch in diesem Jahr die Zahl ihrer Standorte für Ladesäulen, an denen die Batterien von Elektroautos aufgefüllt werden können, von fünf auf 13 erhöhen.

Die Investition für die insgesamt acht neuen Standorte beziffern die Stadtwerke mit rund 200.000 Euro, davon kommt knapp ein Drittel aus Bundesmitteln. Das Bundesverkehrsministerium hat einen entsprechenden Antrag, die Baumaßnahme mit 60.000 Euro zu fördern, bereits genehmigt.

Die Entscheidung für die Standorte wurde in Absprache mit dem Fachbereich Stadtplanung getroffen, wie die Stadtwerke-Sprecherin Nihal Armutcu mitteilte. Kriterien seien gewesen, dass sie von öffentlichen Nutzungsflächen aus gut zugänglich seien und zudem an frequentieren Verkehrspunkten lägen. Ferner habe eine Rolle gespielt, ob in Nähe Halter von Elektrofahrzeugen gemeldet sind. An den Säulen der Stadtwerke ist das Aufladen derzeit umsonst.

Kostet der öffentliche Autostrom schon bald bares Geld?

Thomas Primon, der Leiter Energiewirtschaft bei den SWG, äußerte bereits in einer Sitzung im Oktober, es sei fraglich, ob der Strom für E-Autos kostenlos bleiben könne. Die Gütersloher Umweltdezernentin Christine Lang legte nach und sagte, das Laden von Elektrofahrzeugen sei "keine öffentliche Aufgabe". Die Infrastruktur solle ausreichen für das "Nachladen" einer Reichweite in der Region – zu deutsch: kein E-Auto soll in der Stadt wegen Strommangels liegenbleiben, aber das "Tanken" ist prinzipiell Privatsache. Autofahrer, die mit der Anschaffung eines reinen E-Autos liebäugeln, sollten sich diese Aussage gut merken – nicht nur in Gütersloh.

56 Elektroautos sind derzeit in der Stadt Gütersloh gemeldet – eine Zahl, die die Verantwortlichen sehr desillusioniert, wie zu hören ist. Im Kreis Gütersloh sind nach jüngsten Zahlen der Zulassungsstelle im Straßenverkehrsamt lediglich 245 Elektroautos unterwegs, ferner 476 mit einem Hybridmotor. Das sind im Vergleich zu den knapp 224.000 Benzinern und Dieseln Zahlen, die Stadtväter nachdenklich werden lassen können, so oder so. Mit der Entscheidung, welche Bauart die neuen Ladesäulen haben sollen, möchte die SWG-Verantwortlichen daher noch etwas warten: falls noch neue E-Auto-Besitzer dazukommen. (sig)