Kanzlerin Merkel bei ihrem niederländischen Pendant Mark Rutte.
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Merkel will jetzt 1 Mio. Elektroautos bis 2022

Die Bundeskanzlerin war mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und SPD-Finanzminister Olaf Scholz zum gemeinsamen Klimaberatungen in den Niederlanden. Auf der Pressekonferenz betont sie die Bedeutung der Klimaschutzes und setzt ambitionierte Ziele.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei ihrem Treffen mit dem niederländischen Regierungschef Mark Rutte betont, dass sie erwarte, bis spätestens 2022 eine Mio. Elektroautos auf den deutschen Straßen zu sehen. Das ursprüngliche Ziel, die Marke im nächsten Jahr zu knacken, werde verfehlt. Die deutsche Autoindustrie hole allerdings sehr schnell auf und man werde 2021 oder 2022 soweit sein, sagte die Kanzlerin am Donnerstag in Den Haag.

Darüber hinaus gab die Bundeskanzlerin ihre Unterstützung für die Steigerung des EU-CO2-Reduktionsziels von bislang 40 Prozent auf 55 Prozent bis 2030 bekannt. Diese Senkung könne sie gut mittragen.

Der Wind hat sich gedreht

Einige östliche Mitgliedsstaaten der EU sind sehr skeptisch gegenüber neuen Zielen und noch vor wenigen Monaten trat Merkel selbst auf die Bremse. Doch der Wind hat sich gedreht, nicht nur in Deutschland und nicht nur wegen der Bewegung Fridays for Future. Merkel versucht ein Comeback als Klimakanzlerin und sie sucht Partner in Europa - wie eben die Niederlande.

In den Niederlanden ist man einen Schritt weiter. Im Juni wurde ein nationaler Klimapakt vereinbart, um das eigene Minderungsziel von 49 Prozent bis 2030 zu erreichen. Geplant sind unter anderem eine gezielte Klimaabgabe der Industrie sowie ein Mindestpreis für CO2 bei der Stromerzeugung. Bis 2030 sollen alle Kohlekraftwerke abgeschaltet und alle neuen Autos emissionsfrei sein. Bis dahin sollen auch 70 Prozent des niederländischen Stroms aus erneuerbaren Quellen kommen. (pm)