Renault Twizy in voller Fahrt Bild: Renault

Nun hunderttausend Elektro- und Hybridfahrzeuge

Im ersten Quartal 2014 sind erstmals mehr als 100 000 Hybrid- und Elektroautos auf Deutschlands Straßen unterwegs gewesen.

Während im Stromsektor ein dynamischer Zubau der erneuerbaren Energien zu beobachten ist, steht die Wende im Verkehrssektor noch aus: So kommt die Energiewende in der Mobilitätssparte nach Ansicht der Agentur für erneuerbare Energien (AEE) nur langsam in Gang, obwohl nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes erstmals mehr als 100 000 Fahrzeuge mit teil- und vollelektrischem Antrieb auf deutschen Straßen rollen. So sind weiterhin rd. 95 % der für Mobilität eingesetzten Energie fossilen Ursprungs. Philipp Vohrer, Geschäftsführer der AEE, kommentiert diesen Umstand wie folgt: "Die Energiewende darf sich nicht auf den Strombereich beschränken, während der Einsatz erneuerbarer Energien im Wärme- und Verkehrssektor stagniert oder sogar rückläufig ist. Mobilität ist ein hohes Gut, das auch in Zukunft für alle verfügbar sein muss – aber eben umwelt- und klimafreundlich." Dagegen spricht, dass rd. 20 % des deutschen Treibhausgasausstoßes weiterhin aus dem Straßenverkehr stammt.

Eindrucksvoll ist trotzallem das Wachstum der reinen Elektroautos: Während zu Jahresbeginn rd. 12 000 solcher Autos in Deutschland zugelassen waren, wurden zwischen Januar und März 2000 weitere Stromer verkauft. Die wachsende Akzeptanz der elektromobilen Fortbewegung in Deutschland zeige sich jedoch vor allem bei den hohen Verkaufszahlen von Elektro-Zweirädern, insbesondere Pedelecs. "Diese Zunahmen sind sehr erfreulich, angesichts von über 43 Millionen Pkw in Deutschland bislang jedoch erst ein kleiner Anfang für die Energiewende im Verkehrssektor", so Vohrer.

Weniger positiv sieht es bei den Biokraftstoffen aus, deren Anteil 2013 sogar um 0,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr gesunken ist. Dabei eigneten sich vor allem Biokraftstoffe, um kurzfristig den Treibhausgasausstoß zu reduzieren: "Selbst wenn der Pkw-Verkehr langfristig größtenteils elektrisch abgewickelt wird, bleiben auf Dauer nur schwerlich elektrifizierbare Verkehrsträger wie der Schwerlast- oder der Flugverkehr. Hier haben die Biokraftstoffe auch künftig ihren Platz in einem klimafreundlichen Mobilitätsmix", erklärt Vohrer und fordert in diesem Zusammenhang auch über das Jahr 2020 hinaus feste Ziele für eine Energiewende im Verkehrssektor auf europäischer Ebene. (msz)