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14 Juli 2017 | 10:30

Schnelles Gleichstromladen für E-Autos

Schnelles Gleichstromtanken in Oberhausen: (von links) Werner Overkamp, Geschäftsführer der Stoag; Daniel Schranz, Oberbürgermeister der Stadt Oberhausen; Gabriele Matz, Prokuristin und Abteilungsleiterin Infrastrukturförderung VRR; Professor Dr. Adolf Müller-Hellmann, Lehrbeauftragter der RWTH Aachen für das Fach Elektrische Nahverkehrssysteme und Bernd Homberg, technischer Vorstand der evo bei der Einweihung der neuen Schnellladesäulen., © evo
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Schnelles Gleichstromtanken in Oberhausen: (von links) Werner Overkamp, Geschäftsführer der Stoag; Daniel Schranz, Oberbürgermeister der Stadt Oberhausen; Gabriele Matz, Prokuristin und Abteilungsleiterin Infrastrukturförderung VRR; Professor Dr. Adolf Müller-Hellmann, Lehrbeauftragter der RWTH Aachen für das Fach Elektrische Nahverkehrssysteme und Bernd Homberg, technischer Vorstand der evo bei der Einweihung der neuen Schnellladesäulen.
Strom aus der Fahrleitung der Straßenbahn ermöglicht in Oberhausen ab sofort die Schnellladung von Bussen und E-Autos. So funktioniert das Ganze.

Zwei Bus-Ladestationen (220 kW) und drei PKW-Schnellladestationen (50 kW) haben die Stadtwerke Oberhausen GmbH (Stoag) und die mehrheitliche kommunale Energieversorgung Oberhausen (evo) am Donnerstag im Stadtteil Sterkrade in Betrieb genommen. Das Besondere daran: Der Strom für Schnellladung stammt aus der Gleichspannungsinfrastruktur der Straßenbahn. Seit Oktober 2015 werde diese Anwendung schon erfolgreich mit zwei rein elektrisch betriebenen Linienbussen erprobt, jetzt könnten auch Elektroautos, die technisch dafür ausgelegt seien, mit Gleichstrom aus der Fahrleitung der Tram geladen werden, teilt die Stoag mit.

Batterieaufladung von bis zu 80 Prozent innerhalb von 30 Minuten

Die Ladepunkte sind für CCS-Stecker (Combined Charging System) ausgelegt. Da die Gleichstromanschlüsse direkt mit den Anschlüssen des Fahrzeugakkus verbunden werden, können laut Medienmitteilung "verlustarm sehr hohe Ladeströme übertragen werden". Dies ermöglicht es – in Abhängigkeit vom Fassungsvermögen –, die Autobatterien innerhalb von nur 30 Minuten zu 80 Prozent aufzuladen. In einer ersten Testphase ist der Strom an diesen Ladesäulen der "evo" kostenlos. Realisiert wurde das schnelle Gleichstromtanken in Oberhausen im Rahmen des EU-Projekts Elliptic zur Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs in den Städten.

Ausreichend Leistungsreserven in Gleichrichterstationen der Straßenbahn

Technisch funktioniert das Ganze wie folgt: Die Energie für das Straßenbahnnetz wird aus großen Gleichrichterstationen, den Unterwerken, aus dem 10-kV-Stromversorgungsnetz entnommen. In diesen Stationen wird daraus die Versorgungsspannung in Höhe von 750 V für das Oberhausener Straßenbahnnetz erzeugt. Dieses wird den Straßenbahnen im gesamten Fahrstromnetz am Fahrdraht zur Verfügung gestellt. Die Unterwerke werden in der Regel aber nur dann belastet werden, wenn die Straßenbahnen in der Nähe fahren. Deshalb sind ausreichend Leistungsreserven vorhanden, die für die Elektromobilität genutzt werden können.

"Solche Projekte braucht der Individualverkehr"


Beim Gleichstromladen wird der Strom aus der Ladesäule direkt in das Fahrzeug eingespeist.Bei den drei Schnellladesäulen handelt es sich um Gleichspannungswandler, die ebenfalls an die 750-Volt-Gleichspannungsfahrleitung der Straßenbahnlinie angeschlossen sind. Das Batteriemanagementsystem in den Elektroautos kommuniziert mit den Ladesäulen, passt entsprechend die Stromstärke an und schaltet bei vollem Akku das Ladegerät selbstständig aus. "Synergieeffekte durch Gleichspannungsinfrastruktur nutzen – solche Projekte braucht der Individualverkehr ", sagte Bernd Homberg, technischer Vorstand der evo. (hoe)

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165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.