Für autonomes Fahren werden weltweit gültige Teststandards benötigt. © Bild: Fotohansel_AdobeStock
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TÜV Süd ist Gründungsmitglied von IAMTS

Weltweit werden automatisierte Fahrfunktionen erprobt. Eine internationale Allianz will Standards für global einheitliche Testmethoden entwickeln.

TÜV Süd hat gemeinsam mit der Society of Automotive Engineers International (SAE), dem China Automotive Technology and Research Center (CATARC), dem Shanghai Intelligent Automotive Center (SIAC) und International Transportation Innovation Center (ITIC) eine internationale Allianz gegründet, um global standardisierte Testmethoden und einheitlich anerkannte Standards rund um das automatisierte Fahren zu entwickeln und zu harmonisieren. Die Aufgabe von IAMTS (International Alliance for Mobility Testing and Standardization) ist der Aufbau eines internationalen Portfolios an Testumgebungen für Smart Mobility mit hohen Qualitätsstandards, um die Entwicklung automatisierter Mobilität zu unterstützen.

„Intelligent vernetzte Fahrzeuge (ICV) werden weltweit entwickelt und erprobt“, unterstreichen Patrick Fruth, CEO Division Mobility, und Alexander Kraus, Senior Vice President, Global Head of Automotive bei TÜV Süd. „Die Anforderungen an die Fahrzeuge sowie die Kenntnisse und Ansätze in Bezug auf Verkehrsregeln, Zertifizierungsvorschriften und Prüfnormen variieren jedoch von Land zu Land. Daher gibt es noch keine einheitlichen oder etablierten Testmethoden und Standards für die Zulassung automatisierter Fahrfunktionen. Dies stellt zunehmend eine echte Hürde für die Erprobung und Markteinführung automatisierter Fahrzeuge dar. Das wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern ändern und mit IAMTS weltweit anerkannte Standards, Testszenarien und Prüfmethoden für die Mobilität von morgen entwickeln und soweit möglich auch harmonisieren.“

Tests sollen schneller zur Verfügung stehen

Der Bedarf nach zuverlässigen, vorhersehbaren und reproduzierbaren Tests für ICVs über geografische und regulatorische Grenzen hinweg wächst weltweit. IAMTS will die komplexen Informationen, die bei globalen Projekten gesammelt werden, zusammenführen und auf dieser Basis die Entwicklung von Testmethoden, Testszenarien und Methoden zur Validierung für intelligent vernetzte Fahrzeuge beschleunigen. Dabei konzentrieren sich die Partner auf Anwender und Betreiber von Testumgebungen.

TÜV Süd begleitet von Beginn an die Entwicklung hochautomatisierten Fahrens in den verschiedensten Bereichen. So arbeiten die Experten in Deutschland beispielsweise im Projekt Pegasus des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gemeinsam mit 16 Partnern aus Industrie und Wissenschaft an der Formulierung von Anforderungen, die an Methoden und Werkzeugen für die Absicherung von hochautomatisierten Fahrfunktionen auf Autobahnen gestellt werden müssen. Als Teil des Sonderausschusses „Fahrerassistenzsysteme“ des Bundesverkehrsministeriums gestalten TÜV Süd-Fachleute die Überarbeitung entsprechender Normen mit.

„TÜV für Algorithmen“

TÜV Süd entwickelt gemeinsam mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) einen „TÜV für Algorithmen“, betreibt zusammen mit dem Testfeldbetreiber für autonomes Fahren Baden-Württemberg und dem Karlsruher Verkehrsverbund ein Testfeld für Unternehmen und ist auch international an vielen Projekten zur Entwicklung des automatisierten Fahrens beteiligt – etwa an Cetran (Centre of Excellence for Testing & Research of AVs) der Nanyang Technology University in Singapur. TÜV Süd-Experten sind zudem am weltweit ersten Standard für die Zulassung von vollautomatisierten Fahrzeugen in Singapur beteiligt. (dpa/hp)