Nach wenigen Monaten Entwicklungszeit haben die Forschungspartner an der Hochschule Koblenz den ersten Prototypen der schnellen Laternen-Ladesäule vorgestellt.
Bild: EVM

Vollladen an der Laterne in zwei Stunden

An Straßenlaternen kann man genau so schnell E-Autos aufladen wie an Schnell-Ladesäulen: Das zeigt ein von der Hochschule Koblenz entwickelter Prototyp. Dabei kooperiert sie eng mit der Energieversorgung Mittelrhein.

Lösungen für das Laden von Elektroautos an Straßenlaternen gibt es bereits einige. Doch der große Durchbruch blieb bisher aus. Das drüfte mit der langen Ladedauer zusammenhängen, vermutet ein Forschungsteam der Hochschule Koblenz und des Regionalversorgers Energieversorung Mittelrhein (EVM). Als Antwort darauf haben die beiden Partner einen Prototypen entwickelt, mit dessen Hilfe auch an Straßenlaternen oder den Laternenmasten auf Betriebshöfen so schnell Strom "getankt" werden kann wie "sonst nur an Schnell-Ladesäulen".

So schnell wie das Aufladen eines Smartphones

Durch die neue Technik verkürzt sich die Ladezeit deutlich: Mit jeder Minute Ladezeit lädt man etwa drei Kilometer Reichweite auf, so dass das Vollladen je nach Auto in knapp zwei Stunden erledigt sein kann. "Damit könnten zukünftig E-Autos öfter mal eben auf dem Parkplatz beim Discounter oder auf dem Mitarbeiterparkplatz beim Arbeitgeber aufgeladen werden. Das wäre vergleichbar mit dem Laden eines Smartphones, wie es inzwischen auch an vielen öffentlichen Orten möglich ist", so Projektleiter Professor Johannes Stolz aus dem Fachbereich Ingenieurwesen der Hochschule Koblenz.

Das ist der Part der EVM

"Die Zusammenarbeit der Hochschule mit der EVM in diesem Projekt basiert vor allem auf einem ständigen Informationsaustausch, bei dem immer wieder die Untersuchungsergebnisse mit den Erfahrungen aus der Praxis abgeglichen worden sind", betont Kathrin Laymann vom Team Städte- und Energiepolitik der EVM, "Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen und Gesellschaften der evm-Gruppe haben im Laufe des Projektes ihre Erfahrungen miteinfließen lassen". Zudem habe die EVM Elektrofahrzeuge zum Messen und Versuchen bereitgestellt. Nach dem ersten Prototyp an der Hochschule wird nun intern geprüft, ob weitere bei der EVM getestet werden und welche Anforderungen diese erfüllen sollten. (hoe)