Michael Ruprecht von der E-Mobil BW gestern beim Workshop "Kommunaler Standortvorteil Elektromobilität" in Biberach/Riss. Bild: Hans-Christoph Neidlein

Zusätzliche Förderung für kommunale E-Mobilität

Ab sofort bis Ende Januar 2017 fördert der Bund mit einer Schwerpunktaktion kommunale Vorhaben im Bereich Elektromobilität.

Gefördert wird die Beschaffung von E-Flottenfahrzeugen und einer kommunalen Ladeinfrastruktur, beispielsweise auf Betriebshöfen. Es müssen mindestens drei E-Fahrzeuge mit entsprechender Ladeinfrastruktur beantragt werden. Kommunen und kommunale Unternehmen können sich auch zusammenschließen, um diese Zahl zu erreichen. Der Zuschuss für Kommunen zur Beschaffung von E-Fahrzeugen beträgt bis zu 50 Prozent der zusätzlichen Anschaffungskosten, für kommunale Unternehmen 40 Prozent der Differenzkosten im Vergleich zur Anschaffung eines herkömmlichen Fahrzeugs, erläuterte Michael Ruprecht von der Landesagentur E-Mobil BW gegenüber der ZfK. Entsprechend wird der Aufbau einer dazugehörigen Ladeinfrastruktur gefördert.

Bezuschusst wird auch die Erarbeitung von kommunalen Konzepten und Studien zur Förderung der Elektromobilität, beispielsweise zum E-Carsharing oder die Verknüpfung der E-Mobilität mit der Siedlungsentwicklung oder Wirtschaftsförderung. Zielgruppe sind vor allem kleinere und mittelgroße Kommunen. Der Förderanteil für entsprechende Studien bis zu 100 000 Euro liegt für Kommunen bei bis zu 80 Prozent, für kommunale Unternehmen bei bis zu 50 Prozent, so Dominique Sevin von der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW). In Ratifizierung bei der EU ist derzeit das Förderprogramm Ladeinfrastruktur des Bundes für öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur, das von 2017 bis 2020 laufen soll.

Die Einbindung in eine nachhaltige Gemeindeentwicklung und der Aufbau und Betrieb der Ladeinfrastruktur sind denn auch wesentliche Knackpunkte bei der Weiterentwicklung der Elektromobilität auf kommunaler Ebene, wie eine Workshop-Reihe von E-Mobil BW und des baden-württembergischen Gemeindetags zeigte, die gestern in Biberach/Riss vorerst abgeschlossen wurde. Insgesamt nahmen über 100 Bürgermeister und andere kommunale Vertreter an den Weiterbildungsveranstaltungen, die unter dem Motto "Kommunaler Standortvorteil Elektromobilität" standen, teil.

Entscheidend ist hierbei die enge Zusammenarbeit der Gemeinden mit lokalen und regionalen Partnern, seien es die eigenen kommunalen Unternehmen, der Handel oder Tankstellen. Ziel ist es, einen bedarfsgerechten Ausbau und Betrieb der Ladeinfrastruktur voranzubringen und die E-Fahrzeuge möglichst wirtschaftlich und damit auch ökologisch sinnvoll zu nutzen. Eine Möglichkeit besteht in der Nutzerteilung: Beispielsweise, wenn Kommunen ihre geleasten E-Flottenfahrzeuge abends und am Wochenende ihren Mitarbeitern (gegen Bezahlung) zur Verfügung stellen oder diese per Car-Sharing anbieten. Erfolgreich praktiziert wird dies im Projekt Emma (E-Mobil mit Anschluss) am Bodensee. Dort gelang es auch durch einen E-Kleinbuslinienverkehr die Nahverkehrsanbindung ländlicher Kommunen zu verbessern, so im Deggenhausertal. Im Raum Meckenbeuren versorgt ein geleaster E-Bürgerbus flächendeckend die Ortschaften, mit insgesamt 70 Haltepunkten und 17 ehrenamtlichen Busfahrern. "Durch den E-Bus ist unser Angebot nochmals extra sexy geworden und kommt an", berichtete Bernhard Schultes vom Netzwerk Oberschwaben GmbH.

Im kommenden Jahr möchte E-Mobil BW die kommunale Workshopreihe mit einem Fokus auf die Elektrifizierung des ÖPNV fortsetzen, kündigte Michael Ruprecht von der Landesagentur E-Mobil BW gegenüber der ZfK an. (hcn)