Eine Zehn-MW-Anlage soll die Energie und Mobilität im bayerischen Wunsiedel ökologischer und ökonomischer gestalten.
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2021: Nicht das Jahr des Büffels, sondern des Wasserstoffs

Das neueste Wunsiedler Projekt: Ab 2021 soll in einer 10-MW-Anlage Wasserstoff erzeugt werden. Regionale Nutzung und Emissionsfreiheit stehen im Vordergrund.

Der erste Spatenstich ist für Anfang 2020 terminiert, die Inbetriebnahme wird voraussichtlich ein Jahr später erfolgen. Bei steigender Nachfrage sei ein Ausbau der Anlage mit Modulen möglich, wodurch höchste Wirtschaftlichkeit garantiert werde, so Marco Krasser, Geschäftsführer der SWW Wunsiedel. In dem geplanten Elektrolyseur im Energiepark der Stadt soll Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff aufgespalten werden. Gespeichert wird der Wasserstoff in speziellen Tanks unter hohem Druck. Gleichzeitig will die mit involvierte Firma Rießner-Gase eine Trailer-Abfüll-Anlage bauen, damit der produzierte Wasserstoff bei Lkw eingesetzt wird. Vier oder fünf 40-Tonnen-Lastkraftwagen sollen parallel rund 500 Kilogramm von dem Kraftstoff tanken können.

Noch keine Anlage, trotzdem hohes Interesse

Regionale Betriebe aus den Bereichen Logistik und Textilveredlung sowie anderen Branchen, Busunternehmer und der Landkreis Wunsiedel haben ihr Interesse an der Antriebsenergie Wasserstoff bekundet und bieten den Erzeugern damit kurze Transportwege.

Wichtig ist dem Geschäftsführer, dass das neue Projekt sich nahtlos in den "WUNsiedler Weg" einfüge. Konkret heißt dies: Der Wasserstoff werde mit Ökostrom hergestellt. Gleichzeitig schaffe man so eine Möglichkeit, überschüssigen Strom aus Photovoltaik und Windkraft zu speichern. "Wir schlagen also zwei Fliegen mit einer Klappe", betont Krasser. Denn die Region bekomme hiermit einen emissionsfreien und vielfältig einsetzbaren Energieträger. (ab)