Es geht um die Mobilität: Agora Energiewende denkt über neue Steuern nach. Bild: © Maik Schwertle/pixelio.de

Agora fordert energische Maßnahmen zur CO2-Reduktion

Ohne weitgehende Effizienzstandards seien, so Agora, die Klimaziele zum CO2-Ausstoß nur schwer zu erreichen. Neue, regulatorische Maßnahmen sollen die Autofahrer einbremsen.

Die von der Bundesregierung beschlossenen Klimaschutzziele im Verkehr sind nach Aussage der Berliner Denkfabrik Agora Verkehrswende nur mit „einem Mix ambitionierter Maßnahmen“ zu erreichen. Dazu zählt Agora unter anderem neue, weitgehende Effizienzvorgaben für PKW und LKW sowie grundlegende Reformen der Steuern und Abgaben auf Kraftstoffe und Fahrzeuge.

Bis zum Jahre 2030 soll nach erklärter Übereinkunft in Europa der CO2-Ausstoß um 40 bis 42 Prozent im Vergleich zu 1990 gemindert werden. Damit dieses ambitionierte Ziel erreicht werden kann, ist „das Ausschöpfen der technischen Potenziale der Fahrzeuge zwar notwendig, aber nicht ausreichend“, heißt es in der neuesten Analyse von Agora Verkehrswende.

Hochfeld fordert „ambitionierte Standards“

In der im Auftrag von Agora Verkehrswende durch das Öko-Institut und vom International Council on Clean Transportation (ICCT) angefertigten Untersuchung wird eine „Klimaschutzlücke“ postuliert, die „mindestens 48 Millionen Tonnen“ CO2-Äquivalente beträgt. Es handelt sich dabei um die Differenz zwischen dem erklärten Klimaschutzziel 2030 und der ohne weitere politische Weichenstellungen nach Angaben der Autoren zu erwartenden Emissionsentwicklung.

Christian Hochfeld, Direktor von Agora Verkehrswende, kritisiert dabei die Vorgaben aus Brüssel: „Der im Herbst vergangenen Jahres von der EU-Kommission vorgelegte Vorschlag vermindert den Treibhausgasausstoß um lediglich 3,5 Millionen Tonnen, das ist deutlich zu wenig“, so Hochfeld. „Wer die Klimaschutzziele ernst nimmt, muss sich in den jetzt auf EU-Ebene beginnenden Verhandlungen für deutlich ambitioniertere Standards stark machen.“

Hohe Steuern und Gebühren?

Soll das Klimaschutzziel anstatt durch technische Effizienzsteigerung vor allem durch Maßnahmen und Instrumente erreicht werden, die zu Verlagerung und Reduktion der Verkehrsnachfrage führen, dann wären sehr hohe Kraftstoffsteuern oder Straßenbenutzungsgebühren notwendig. An dieser Stelle äußern sich die Autoren der Studie indirekt – dafür sei die „politische und gesellschaftliche Akzeptanz“ erst noch zu schaffen, heißt es vielsagend bei Agora.

Theoretisch denkbar sei es auch, den Verkehr mit wachsenden Mengen CO2-freier Kraftstoffe zu versorgen, die auf der Basis von erneuerbar erzeugtem Strom gewonnen werden. Wegen der enormen Energieverluste bei der Umwandlung von Strom in synthetischen Kraftstoff und der dabei entstehenden hohen Kosten halten dies Vordenker von Agora dies allerdings nicht nur die teuerste Variante des Klimaschutzes, sondern sie zweifeln auch daran, dass enrsprechende Kapzitäten geschaffen werden können. (sig)