CNG Erdgasmobilität ÖPNV Erdgasflotte
© Daimler AG

Augsburg bekennt sich weiter zur Erdgasmobilität

Vereinzelt geben Kommunalversorger Erdgasmobilität (CNG) auf. Nicht so Augsburg: In der Modellstadt ist und bleibt die ganze Busflotte emissionsfrei.

Die Stadtwerke Augsburg nehmen dieser Tage sechs neue Linienbusse vom Typ Mercedes-Benz Citaro NGT in Betrieb. Das geht aus einer Pressemitteilung des Versorgers hervor. "NGT" steht für "Natural Gas Technology". Damit ist klar: Augsburg, die Modellstadt für Erdgasmobilität (CNG) von 1995, bleibt dem Kraftstoff für ihre Busflotte treu. Die Citaros mit Euro-6-Norm sind bilanziell sogar CO2-neutral unterwegs, da sie Biomethan tanken. Und sie stoßen in der feinstaubbelasteten Bezirkshauptstadt keine Partikel aus. Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza übertreibt nicht, wenn er schreibt: "Augsburg hat die umweltfreundlichste Busflotte einer deutschen Großstadt."

Vereinzelt hatten Kommunalversorger, wie etwa die Badenova, ihre CNG-Zapfsäulen verkauft oder dichtgemacht; die Zahl der deutschen Tankstellen schrumpfte so von 920 auf unter 900. Die sechs aktuellen Inbetriebnahmen in Augsburg gehören zu einer Bus-Ersatzbeschaffung, die seit März 2016 läuft. Mit ihnen zusammen sind bereits 29 der 83 Busse ersetzt worden.

Eigene CNG-Flotte bringt Durchsatz auf Zapfsäulen

Die alten Busse tankten ebenfalls CNG, und zwar seit 2010/11 alle. Ein Vorteil davon: Die halböffentliche Zapfsäule auf dem Betriebshof und die CNG-Stationen an zwei Aral-Tankstellen in der Stadt sind dadurch besser ausgelastet. Der einzige Schönheitsfehler aus überregionaler Sicht: Keine Zapfsäule ist autobahnnah.

Die Citaros ersetzen MAN-Modelle. Gegenüber ihren typgleichen Mercedes-Benz-Vorgängern sparen sie bei einer Leistung von bis zu 222 kW 20 Prozent Sprit, so Daimler. Der neue Citaro ist um bis zu vier Dezibel (A) leiser als herkömmliche Linienbusse. Der Solo-Serienbus nimmt in der dreitürigen Version 96 Fahrgäste auf, der viertürige Gelenkbus bis zu 153.

Wann komme ich wirklich an?

Der Komfort für die Augsburger Fahrgäste: Wie alle übrigen Busse und Straßenbahnen gibt es in den durchgängigen Niederflurfahrzeugen kostenloses WLAN. Drei große Bildschirme zeigen den Fahrgästen in Echtzeit die Route und den nächsten Halt samt Anschlüssen an. Gegenüber den bisherigen Modellen gibt es auch mehr Stellplatz für Rollstühle, Rollatoren oder Kinderwagen. (geo)