E-Fuels ermöglichen im Gegensatz zu batterieelektrischen Fahrzeugen weiterhin bewährte Tankstellenkonzepte.
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E-Fuels – Zukunft der Mobilitätswende?

Die synthetischen Kraftstoffe (E-Fuels) gelten als ein Mittel zur Erreichung der Treibhausgas-Einsparungsziele im Verkehrsbereich. Der Bund fördert Forschungsprojekte jährlich mit vielen Millionen Euro. Doch welches Potenzial haben die Power-to-Gas-Lösungen wirklich? Und welchen konkreten Anteil können Sie an der Verkehrswende haben?

Die Energiewende im Verkehr ist unumgänglich für das Erreichen der deutschen Klimaziele 2030 und 2050. Das Bewusstsein dafür ist spätestens seit dieser Legislaturperiode in den zuständigen Ministerien vorhanden. Als Folge werden immer mehr Forschungsförderprogramme ins Leben gerufen und Hunderte Millionen Euro investiert, um auch im Verkehr Treibhausgasemissionen einzusparen.

Ein Förderprogramm des Bundes konzentriert sich dabei auf die Entwicklung von synthetischen Kraftstoffen und deren Potenzialen für die Verkehrswende. Diese könnten laut Wissenschaftlerinnen des Deutschen Luft- und Raumfahrtszentrums (DLR), die ein gefördertes Projekt betreuen, eine wichtige Komponente im Energiemix der Mobilität der Zukunft sein. Die Kraftstoffe lassen sich nämlich für fast alle Transportmittel nutzen, egal ob LKW, Schiff oder Flugzeug.

Stromverbrauch für E-Fuels nicht deckbar

Die synthetischen Kraftstoffe verfügen grundsätzlich über ein hohes Einsparungspotenzial, wenn Sie aus erneuerbarem Strom gewonnen werden. Außerdem können Sie deutlich sauberer verbrannt werden als fossile Kraftstoffe und durch die chemischen Umwandlungsprozesse zur Sektorkopplung beitragen. Einen großen Nachteil besitzen jedoch alle beforschten Stoffe. Die Produktion benötigt bisher Unmengen an Strom und in den meisten Fällen auch CO2. Zwar kann das CO2 zum Beispiel als Abfallprodukt der Industrie genutzt werden, beim Stromverbrauch ist bisher aber keine Lösung in Sicht.

Würde man den gesamten Kraftstoff, der bisher im Verkehr verbraucht wird, durch E-Fuels ersetzen, würde der nationale Stromverbrauch um mindestens ein gutes Drittel steigen und sei weder aktuell noch in naher Zukunft deckbar. Dieser Herausforderung sind sich auch die Forscherinnen bewusst und plädieren daher für eine Mobilitätswende, die aus drei Komponenten besteht. Die erste Komponente heißt Verbessern. Dazu gehören zum Beispiel bessere Kraftstoffe und effizientere Motoren. Die zweite Komponente heißt Vermeiden. Diese beinhaltet das Vermeiden von unnötig gefahrenen Kilometern und das Verkürzen von Pendlerrouten. Die dritte Komponente lautet Verlagern und zielt auf die wachsenden Anteile des Radverkehrs und auf die Stärkung des ÖPNV ab. Nur wenn die drei Aspekte erfüllt würden, könne die Verkehrswende erfolgreich sein.

Effekt auf Verkehrswende bleibt abzuwarten

Welchen konkreten Effekt die E-Fuels haben werden, lässt sich aktuell noch überhaupt nicht sagen. Sie könnten ihren Beitrag leisten, dürfen aber nicht als Allheilmittel gesehen werden. Vor allem die Verfügbarkeit von Strom hemmt die Nutzung von synthetischen Kraftstoffen aktuell am stärksten, doch auch zukünftig ist ein Aufstieg der E-Fuels kaum zu erwarten. Dafür müssten erst einmal hunderte Gigawatt an erneuerbaren Energiequellen installiert werden. (pm)