Volvo arbeitet derzeit an einer Lastwagen-Variante mit LNG. Bild: Volvo

EU fördert Infrastrukturausbau für LNG-Fernverkehr

Nicht nur den Bau von LNG-Tankstellen sondern auch den Kauf von LNG-Lkw unterstützt die Europäische Union mit insgesamt 8 Mio. €.

Steigende Dieselpreise, zunehmender Lkw-Verkehr und wachsende Umweltanforderungen setzen die Transportbranche unter politischen Handlungsdruck. Die Lösung soll flüssiges Erdgas (Liquefied Natural Gas = LNG) bringen. In China und USA ist der alternative Treibstoff bereits verbreitet im Einsatz. Die EU stellt nun 8 Mio. € im Rahmen des Förderprojekts „LNG Blue Corridors” für den Ausbau mit LNG-Tankstellen und die Anschaffung von Lkw mit Flüssigerdgastanks bereit. Gestern hat bereits ein Kick-Off-Meeting stattgefunden. Die Fördergelder für Deutschland sind dort offiziell an Erdgas Mobil vergeben worden. Diese wollen das Pilotprojekt gemeinsam mit den Fahrzeugherstellern Iveco, Renault Trucks und Volvo Trucks auf den Weg bringen.

LNG entsteht bei der Abkühlung von Erdgas auf -163 °C. Es ist kosteneffizient und umweltschonend wie sein gasförmiges Pendant, erklärt Erdgas Mobil. Dank seiner höheren Dichte könnten Reichweiten von 1000 km zurückgelegt werden. LNG-Fahrzeuge seien zudem leiser als Dieselfahrzeuge und erfüllten schon heute die strengen Umweltauflagen der Euro VI-Norm. Diese tritt erst 2014 in Kraft. Bevor man den Ausbau mit LNG-Tankstellen in Deutschland voranbringen könne, müsse man zunächst geeignete Standorte finden.

Ein weiteres Ziel sei es, aktiv auf die Speditionsbranche zuzugehen und Partner zu suchen, die LNG-Fahrzeuge in ihre Flotte aufnehmen. Auch die Anschaffung der Lkw werde durch die Europäische Union gefördert. Bis Ende 2020 soll es in Europa ein flächendeckendes Netz mit LNG-Tankstellen geben. Der maximale Abstand zwischen den Stationen soll höchstens 400 km betragen. (msz)