Derzeit ist Deutschland laut dem VDMA bei der Brennstoffzellen-Technologie gobal in der Poleposition.
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Brennstoffzelle wird den Fahrzeugmarkt verändern

Laut einer VDMA-Studie werden Brennstoffzellen-Fahrzeuge bis 2040 weltweit auf einen Marktanteil von 12 Prozent kommen. Schwere Nutzfahrzeuge werden eine Schlüsselrolle bei der Einführung spielen.

Die Brennstoffzelle wird von 2030 an mit einem signifikanten Anteil in Pkw, Nutzfahrzeugen und mobilen Maschinen vertreten sein. Im Zeitraum von 2030 bis 2040 wird der Absatz von Brennstoffzellen-Fahrzeugen weltweit von 1 Mio. auf über 10 Mio. ansteigen, was einem Marktanteil von 12 Prozent entspricht. Daraus ergibt sich ein jährliches Wachstum von knapp 25 Prozent für diesen Zeitraum. Dies sind Kernergebnisse einer Studie des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zum „Antrieb im Wandel – Auswirkungen der Brennstoffzellen-Technologie auf den Maschinen- und Anlagenbau und die Zulieferindustrie“, die von FEV Consulting erstellt wurde.

„Für die Maschinenbauindustrie ist die Brennstoffzellen-Technologie in Bezug auf Wertschöpfung und Arbeitsplätze eine große Chance“, kommentiert Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer, die Studienergebnisse. „Wir sind hier global noch in der Poleposition und können in Deutschland und Europa die ganze Wertschöpfungskette abbilden.“

Japan und Südkorea sind Vorreiter

Ab 2030 wird laut Studie die Elektrifizierung im Pkw-Bereich durch eine steigende Anzahl von Brennstoffzellen-Fahrzeugen unterstützt. Japan und Südkorea positionieren sich bereits heute als Vorreiter hinsichtlich der Nutzung von Fahrzeugen mit H2-Antrieb als Teil einer Wasserstoffwirtschaft. Dadurch könnten sie in Japan bereits im Jahr 2030 einen relevanten Marktanteil in Höhe von bis zu 6 Prozent  erreichen. Die drei großen Absatzmärkte China, USA und Europa werden mit geringem Zeitverzug folgen, heißt es in der Studie.

„Das Segment der schweren Nutzfahrzeuge wird eine Schlüsselrolle bei der Einführung der Brennstoffzellen-Technologie spielen“, betont VDMA-Experte Rauen. „Aufgrund der Anwendungsprofile setzt sich der Trend zur Brennstoffzelle früh durch.“ Insbesondere in Europa existiere mit den strengen Emissionsgrenzwerten ein klarer Treiber für die Technologie. Aufgrund des hohen Energiedurchsatzes werde zudem der Aufbau der Infrastruktur maßgeblich durch Nutzfahrzeuge bestimmt. Dies betriffe die Erzeugung des Wasserstoffs genauso wie die Distribution bis zum Aufbau von Wasserstofftankstellen.

Hohe Fördermittel notwendig

„Der erfolgreiche Zieleinlauf beim Antrieb im Wandel ist wahrlich kein Selbstläufer“, ergänzt Rauen. „Der Transformationsprozess stellt die Unternehmen vor gewaltige Aufgaben.“ So kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass in den nächsten Jahren allein für Forschung und Entwicklung weltweit rund 5 Mrd. Euro pro Jahr ausgegeben werden. „Öffentliche Mittel müssen am Anfang der Wertschöpfungskette investiert werden – in Forschung und Lehre, in berufliche Qualifizierung und somit auch in intelligente Produktionstechnologien und Produkte“, fordert der stellvertretende VDMA-Hauptgeschäftsführer.

Dabei dürfe der Wandel nicht starr auf eine Technologie gestützt werden. Vielmehr gelte es, technologieoffen jeweils die beste Alternative für die jeweilige Anwendung zu entwickeln. „Die Politik ist aufgefordert, durch das Setzen langfristiger Rahmenbedingungen Planungssicherheit für die Unternehmen zu schaffen", sagt Rauen. (hp)