Energiewirtschaftler Axel Klug, Helmut Schmeh (Faun), Landrat Henry Graichen, Hans-Joachim Polk (VNG), Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger und Frank Weike (Gruma, v.r.n.l.) unterzeichnen die Absichtserklärung. Bild: © Sören Müller/VNG

Grimma soll Wasserstoff-Zentrum werden

Die VNG plant, in Grimma eine komplette Infrastruktur für durch Wasserstoff angetriebene LKW bereitzustellen. Den Anfang macht eine Tankstelle, die in noch diesem Jahr betriebsbereit sein soll.

Die Gruma Automobile GmbH (Gruma), FAUN Viatec GmbH (Faun), VNG AG, die Stadt Grimma und der Landkreis Leipziger Land haben ein "Memorandum of Understanding" – also eine Absichtserklärung – zur Vorbereitung eines Pilotprojekts für die Wasserstoff-Mobilität unterzeichnet. Gemeinsam wollen sie die Wasserstoffelektrolyse zur Herstellung von Wasserstoff aus erneuerbarem Strom ("Power-to-Gas") fördern. Zuerst soll eine Wasserstofftankstelle für LKW und Nutzfahrzeuge am Standort Grimma gebaut werden.

Als Standort der Tankstelle ist ein Gelände der Gruma vorgesehen, das verkehrsgünstig direkt an der A14 liegt. Den benötigten Wasserstoff soll ein Elektrolyseur direkt vor Ort oder auf dem Gelände der Biogasanlage der VNG-Tochter Balance VNG Bioenergie GmbH in Grimma produzieren. Dadurch ist zugleich die Nutzung der bereits vorhandenen Biogas-Infrastruktur der VNG möglich. "Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir ein innovatives Power-to-Gas-Gesamtsystem schaffen und somit erste konkrete Erfahrungen im Umgang mit grünem Wasserstoff sammeln", sagt dazu Hans-Joachim Polk, VNG-Vorstand für Infrastruktur/Technik.

Die Umsetzung beginnt sofort

Die Kooperationspartner werden nun ihre Zusammenarbeit zur weiteren Projektvorbereitung und -ausgestaltung intensivieren. Erstes Ziel ist es, bis Ende September 2019 eine detaillierte Beschreibung der neuen Wasserstoff-Infrastruktur zu erstellen. Auf dieser Grundlage soll dann über die konkrete Umsetzung des Projekts entschieden werden. Die Realisierung der Projektidee wird jedoch nur möglich sein, wenn für das Projekt auch Fördermittel eingeworben werden können.

Matthias Berger, Oberbürgermeister der Stadt Grimma, nennt als Ziel einen "Kreislauf von Erzeugung bis Verbrauch und Herstellung von Brennstoffzellenfahrzeugen", der durch die Schaffung von vielen Arbeitsplätzen nachhaltig für die Region wirken soll, und er sieht auch die politische Dimension des Projekts: "Dadurch, dass wir durch das Thema Wasserstoffbrennstoffzelle auch noch viel Gutes für unsere Umwelt und die Zukunft tun, wird die Sache natürlich für uns noch viel interessanter." (sig)