Das LNG-Bunker-Schiff "Kairos" im Hamburger Hafen: Das 117 Meter lange Schiff kann 7500 Kubikmeter LNG laden. Bild: © Christian Charisius/dpa

Größte schwimmende LNG-Tankstelle

Premiere im Hamburger Hafen: Die "Kairos" fungiert als LNG-Bunkerschiff und versorgt künftig im Nord- und Ostsee-Raum LNG-Schiffe mit Treibstoff. Das Konzept wird von einer Linde-Tochter umgesetzt.

Das weltweit größte Tankschiff für verflüssigtes Erdgas (LNG) hat am Donnerstag im Hamburger Hafen festgemacht. Die "Kairos" soll am Freitag am Kreuzfahrt-Terminal Steinwerder von der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer getauft werden. Das 117 Meter lange Schiff fährt für die Hamburger Firma Nauticor, eine Tochtergesellschaft des Linde-Konzerns, und kann 7500 Kubikmeter LNG laden. Nauticor hat das Schiff gechartert; die Reederei des in Korea gebauten Schiffs ist Babcock Schulte Energies.

Die "Kairos" wird künftig in Nord- und Ostsee als schwimmende Tankstelle Schiffe mit dem Treibstoff LNG versorgen. Das Schiff wird an großen LNG-Terminals in Rotterdam oder der Ostsee mit LNG beladen und steuert dann nach Bedarf seine Kunden an. Bislang ist das ultrakalte verflüssigte Gas in der Schifffahrt noch wenig verbreitet, gewinnt aber an Bedeutung. In Nordwesteuropa können nach Angaben von Nauticor rund 150 Schiffe und andere Objekte wie Schwimmbagger LNG tanken. Weitere 150 bis 200 kämen in den nächsten Jahren dazu.

Von den Niederlanden bis nach Skandinavien und ins Baltikum

In Deutschland wird LNG zum Beispiel von zwei Fährlinien genutzt, die Helgoland und Borkum anlaufen und bislang von Tanklastwagen mit LNG versorgt werden. Das bleibe auch so, sagte ein Nauticor-Sprecher. Die "Kairos" diene der flexiblen Versorgung der Schifffahrt und werde von den Niederlanden bis nach Skandinavien und ins Baltikum unterwegs sein. (dpa/al)