Ökonomische und ökologische Vorteile: Gasantrieb für Nutzfahrzeuge Bild: @ Iveco

Grüne Mobilität: Gasantrieb für Nutzfahrzeuge bringt Vorteile

Rückenwind aus Berlin erhalten jetzt Unternehmen, die gasbetriebene Lkw einsetzen. Auch der ÖPNV ist im Fokus. In Neustrelitz fand jetzt eine Fachtagung zu diesem Thema statt.

Die Bundesregierung verstärkt ihre Unterstützung für den emissionsarmen Gasantrieb im Nutzfahrzeugsegment. Nach der staatlichen Förderung energieeffizienter Lkw und der Mautbefreiung für gasbetriebene Lkw wurden die Marktbedingungen für Kleintransporter mit der Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) weiter verbessert. Der B-Führerschein erlaubt nun das Führen von Fahrzeugen mit einer Gesamtmasse von bis zu 4,25 Tonnen, falls die zusätzliche Masse nur durch das Antriebssystem entsteht.

Die Nutzlast, die mit dem B-Führerschein transportiert werden darf, bleibt damit unverändert, denn gasbetriebene Lkw sind mit einer schwereren Tanktechnologie als Diesel-Lkw ausgestattet. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Erdgas, ist sehr zufrieden: "Mit dieser Anpassung wurde eine weitere Hürde für mehr Klimaschutz im Verkehr genommen: Alternative Antriebe haben jetzt auch in diesem Lkw-Segment eine echte Chance im Markt."

Fachtagung in Mecklenburg-Vorpommern

In Neustrelitz äußerte sich Landesenergieminister Christian Pegel im Rahmen der Fachtagung "Grüne Mobilität" zur Thematik der Gasantriebe im Lkw-Verkehr: "Mecklenburg-Vorpommern ist weit vorn, was die Produktion von erneuerbaren Energien betrifft. Seit 2013 erzeugen wir mehr grünen Strom, als wir verbrauchen. Soll die Energiewende gelingen, müssen wir uns aber auch in anderen Bereichen umstellen. Dazu zählt vor allem der Verkehr, der einen großen Teil der klimaschädlichen Gase verursacht."

Pegel konkretisierte: "Der Betrieb von Lkw oder auch Bussen mit Erdgas ist eine wichtige Übergangstechnologie bis es uns gelingt, unseren sauberen Strom in für den Antrieb geeignetes sauberes Gas umzuwandeln." Als ein Beispiel, wie das heute bereits funktioniert, nannte er die Greifswalder Busbetriebe: "Sie zeigen, wie ein städtischer Busverkehr mit überwiegend erdgasbetriebenen Bussen verlässlich und sehr CO2-sparsam funktionieren kann." 

Enorme Vorteile durch Gasantrieb

In Deutschland sind derzeit 3,2 Millionen Lkw zugelassen. Noch dominiert der Diesel-Antrieb den Markt. Durch den Wechsel zu Gas könnten bis zu 90 Prozent Feinstaub- und etwa 80 Prozent Stickoxid-Emissionen eingespart werden. Zudem würde der CO2-Ausstoß um bis zu einem Viertel reduziert. Wird grünes Gas als Treibstoff eingesetzt, ist die Fahrt sogar nahezu klimaneutral. Auch die um bis zu 50 Prozent geringere Lärmbelastung und die hohen Reichweiten von bis zu 1100 Kilometern sprechen für den Gas-Antrieb. (sig)