In Deutschland gibt es 60 Wasserstoff-Tankstellen (Stand Ende 2018). Mit diesem Netz belegt die Bundesrepublik weltweit den zweiten Platz. Auf dem ersten Platz rangiert Japan mit mehr als 90 Tankstellen. Bild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

NRW fördert Modellkommunen für Wasserstoffmobilität

Ein klimaneutraler Mobilitätssektor kann nur mit Innovationen erreicht werden. Deswegen schreibt das Wirtschaftsministerium NRW einen Wettbewerb für Vorreiterkommunen aus. Die besten drei haben es in die nächste Runde geschafft.

Wasserstoff wird als die Kraftstoff-Alternative der Zukunft gehandelt. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) will den Ausbau klimaschonender Wasserstofftechnologie nun  fördern. Im vergangenen Herbst schrieb das Wirtschaftsministerium NRW den Wettbewerb "Modellkommune/-region Wasserstoffmobilität NRW" aus.

Nun wurden die drei überzeugendsten Konzepte der ersten Runde gekürt. Die Regionen Düsseldorf/Wuppertal/Rhein-Kreis Neuss, die Region Köln mit Brühl, Hürth und Wesseling, dem Rheinisch-Bergischen-Kreis und dem Rhein-Sieg-Kreis sowie der Kreis Steinfurt erhalten 1,1 Mio. Euro für die Entwicklung von Feinkonzepten. Bis Ende des Jahres haben die Gewinnerkommunen Zeit, ihre Konzepte auszuarbeiten. Das beste Konzept zur Modellregion Wasserstoff-Mobilität NRW soll dann von der Jury geehrt werden.  

Wasserstoff soll vor allem im Mobilitätssektor eingesetzt werden

Im Kölner Raum soll Wasserstoff, der in diesem Fall vor allem ein Nebenprodukt industrieller Prozesse ist, im ÖPNV, bei kommunalen Flotten, und in der Logistik zum Einsatz kommen.

In den Städten Düsseldorf und Wuppertal sowie dem Rhein-Kreis Neuss wurden bereits Projekte im Bereich der Brennstoffzellen-Mobilität umgesetzt. Die Wasserstofferzeugung erfolgt hier zunächst durch den biogenen Anteil von Müllheizkraftwerken und soll dann mittel- bis langfristig durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Wasserstoff soll hier auch in der Funktion als Speicher in Zeiten geringer Stromnachfrage genutzt werden. Bei Bussen und Nutzfahrzeugen sowie bei kommunalen Flotten und Firmenfuhrparks ist der Einsatz im Mobilitätssektor geplant.

Post-EEG-Windanlagen für die Wasserstofferzeugung nutzen

Im Kreis Steinfurt sollen Windenergieanlagen, die ab dem Jahr 2020 keine EEG-Vergütung mehr bekommen, grünen Wasserstoff erzeugen. Dieser Wasserstoff wird sowohl im ÖPNV als auch für Brennstoffzellen-Fahrzeuge in der Landwirtschaft, der Entsorgungswirtschaft und der Logistik eingesetzt. Zusätzlich zu diesem Wettbewerb unterstützt das Wirtschaftsministerium über das Förderprogramm "Progres.nrw – Emissionsarme Mobilität" auch den Kauf von Brennstoffzellen-Fahrzeugen für Kommunen und Unternehmen. (hol)