Züge, die mit Waserstoff fahren, können viel CO2 einsparen. (Symboldbild)
Bild: © SWEG

Pilotprojekt mit Wasserstoff: Emissionsfreie Züge in der Prignitz

Der Zugverkehr mit Dieselloks sorgt in den ländlichen Regionen für einen hohen Ausstoß von klimaschädlichem CO2. Ein Brandenburger Unternehmen will nun auf Wasserstoffantrieb umrüsten.

Mit einem Pilotprojekt will das Brandenburger Unternehmen Deutsche Eisenbahn Service AG (Desag) die Energiewende beim Schienenverkehr im ländlichen Raum voranbringen. Bereits in zwei Jahren soll auf der Strecke zwischen Neustadt/Dosse und Meyenburg im Landkreis Prignitz der erste Zug mit Wasserstoff- statt Dieselmotor-Antrieb verkehren, wie Desag-Geschäftsführer Ralf Böhme am Freitag in Potsdam ankündigte. Dafür sollen die Dieselloks der Desag auf einen emissionsfreien Antrieb mit Wasserstoff umgerüstet werden.

Brandenburgs Energieminister Jörg Steinbach (SPD) lobte das Projekt "H2Rail.Prignitz" als weiteren Schritt für Brandenburg zur Wasserstoff-Vorreiterregion. "Wasserstoff kann das Schlüsselelement für das Gelingen der Energiewende und zum Erreichen der Klimaziele sein." Nach Angaben des Ministers fördert der Bund das Projekt voraussichtlich mit einem zweistelligen Millionenbetrag.

"Auch Mobilität und Wärme müssen grün werden"

Steinbach wies darauf hin, dass beim Energiebedarf in Deutschland nur 20 Prozent auf den Stromsektor entfallen würden, aber weitere 30 Prozent auf den Verkehr und 50 Prozent auf den Wärmesektor. Bislang sei die Energiewende jedoch hauptsächlich auf den Stromsektor konzentriert. "Wir müssen aber perspektivisch auch den Energiebedarf bei Mobilität und im Wärmesektor 'grün' bekommen."

In zwei Jahren will die Desag einen ersten Prototypen mit Wasserstoffantrieb auf der Strecke Neustadt/Dosse – Meyenburg auf die Schiene bringen. Anschließend sollen alle vier eingesetzten Züge des Unternehmens auf der Strecke umgerüstet werden. Danach könne die Technik auch bei weiteren von der Desag betriebenen Strecken in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen eingesetzt werden, meinte Böhme. (dpa/pm)