So soll die neue Elektrolyseanlage des Forschungsprojekts der ZSW aussehen. Bis Herbst soll zudem eine 1-MW-Power-to-Gas-Anlage gebaut werden.
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Power-to-Gas-Anlage im MW-Bereich: ZSW plant kommerziellen Betrieb

Leuchtturmprojekt in Baden-Württemberg: Power-to-Gas-Anlage mit einem MW Anschlussleistung könnte im industriellen Einsatz 1000 Brennstoffzellenautos betanken.

Im südbadischen Grenzach-Wyhlen entsteht derzeit eine Power-to-Gas-Anlage, die Wasserstoff für Brennstoffzellen-Fahrzeuge im MW-Bereich produzieren soll. Mitte März hat das Regierungspräsidium Freiburg die immissionsschutzrechtliche Genehmigung für die Anlage erteilt. Höchste Zeit für das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), denn schon im Herbst dieses Jahres soll die vom Energieversorger „Energiedienst“ betriebene Anlage in den kommerziellen Betrieb gehen. Das teilte das ZSW mit.

Rund 500 Kilogramm Wasserstoff kann die geplante Anlage mit einer Anschlussleistung von einem MW täglich produzieren. Damit könnten mehr als 1000 Wasserstoff-Fahrzeuge betankt werden. Neben der Ein-MW-Anlage betreibt „Energiedienst“ auch eine weiterentwickelte Elektrolyse-Forschungsanlage des ZSWs. Das Land Baden-Württemberg fördert das Projekt mit 4,5 Mio. Euro.

Power-to-Gas-Möglichkeiten im großen Stil

Im Rahmen des Leuchtturmprojekts wird das Forschungsteam einerseits effizienz- und kostenoptimierte Elektrolyseblöcke bis zu 300 kW unter realen Industriebedingungen testen. Andererseits werden die Daten aus der MW-Anlage ausgewertet und alle wesentlichen Bauteile wie Elektrolyseblock, Verdichter und Gleichrichter für die künftige Konstruktion von Anlagen analysiert.

Zum Projekt gehört auch die Erstellung eines Technologieleitfadens für Power-to-Gas-Anlagen. Dadurch sollen Verbesserungspotenziale aufgezeigt werden, um die Anlagen noch wirtschaftlicher zu betreiben. Auch Geschäftsmodelle für Produkte und Dienstleistungen rund um Power-to-Gas sind Thema. (ls)