Steuerentlastung für CNG perfekt – für LPG auch

CNG-Autos fahren in Deutschland nun bis mindestens 2026 steuerermäßigt. Überraschenderweise läuft der niedrigere Satz auch bei LPG erst später aus.

Der ostdeutsche Ferngasnetzbetreiber Ontras spricht schon von der "Renaissance für Erdgasfahrzeuge", der CNG-Club e. V. von einem "Startschuss für die Automobilhersteller, die Tankstellenbetreiber und die Energiewirtschaft ihren Zusagen zum Ausbau der CNG-Mobilität jetzt Taten folgen zu lassen": Der Bundestag hat am Freitag Abend dafür gestimmt, die Steuerermäßigung für Erdgas als Kraftstoff (CNG) über 2018 hinaus bis mindestens 2026 fortzuführen, und zwar degressiv, das heißt, die Ermäßigung wird immer kleiner. CNG war einer der letzten Tagesordnungspunkte vor der parlamentarischen Sommerpause.

Der CNG-Club wies darauf hin, dass damit eine parlamentarische "Hängepartie" ende, obwohl diese Verlängerung bei CNG bereits im Koalitionsvertrag von 2013 vereinbart war. Infolgedessen seien die Zulassungszahlen zurückgegangen. In Deutschland sind 98 000 CNG-Fahrzeuge zugelassen, die Zahl der Tankstellen schrumpfte vom vorläufigen Maximum 920 auf 900.

Eine Mio. CNG-Fahrzeuge bis 2025

Daran will auch VW seit vergangenem Jahr etwas ändern, in der branchenübergreifenden "VW Initiative CNG Mobilität", der auch Ontras angehört. Deren Ziele:

  • die Zahl der CNG-Fahrzeuge in Deutschland von derzeit 98 000 auf eine Mio. bis 2025 vervielfachen. VW, das den CNG-Passat nicht mehr produziert hatte, will eine Modelloffensive starten.
  • die Zahl der Tankstellen, die zuletzt von 920 auf 900 geschrumpft war, zeitgleich auf 2000 mehr als verdoppeln; Ontras will "in den nächsten Monaten entsprechende Tankinfrastrukturprojekte" angehen.

Noch bis zur ersten Lesung der Energiesteuergesetz-Änderung hatte die Große Koalition demgegenüber die Steuerermäßigung für Autogas (LPG), ein Gemisch aus Propan und Butan, Ende nächsten Jahres auslaufen lassen wollen. Hier erreichten der Mineralölhändlerverband Uniti und andere eine Verlängerung bis Ende 2022. Der CNG-Club nannte dies eine "massive Einflussnahme von Lobbyverbänden" für einen fossilen Kraftstoff. Unlängst war zwar Bio-LPG angekündigt worden, allerdings zunächst als Heizgas.

Die Treibhausgas-Bilanzen von LPG und CNG

LPG stößt gegenüber Benzin etwa acht Prozent weniger CO2 pro Kilometer aus. Bei CNG aus fossilen Quellen beträgt die Treibhausgas-Ersparnis grob ein Viertel, bei 100 Prozent Biomethan rechnerisch bis zu 90 Prozent.  (geo)