Der Nahverkehr fuhr auch in der Krise, obwohl die Zahl der Fahrgäste einbrach.
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VDV lobt Länder-Ideen zum Rettungsschirm

Die Landes-Verkehrsminister fordern 5 Milliarden Euro als Hilfe für Bus und Bahn.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) begrüßt den Vorschlag der Länderverkehrsminister nach einem Rettungsschirm von mindestens fünf Milliarden Euro für den Nahverkehr. Die Länder, vertreten durch die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz Anke Rehlinger, hatten dazu ein Schreiben an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) adressiert.

„Die finanzielle Lage bei den Verkehrsunternehmen und Verbünden wird zunehmend dramatisch“, betont VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff. Je nach Verlauf des Lockdowns werde sich der Verlust bis Jahresende auf fünf bis sieben Milliarden Euro summieren. „Wir brauchen schnelle finanzielle Hilfen, um kurzfristig das Überleben zu sichern. Und wir benötigen eine weitergehende Lösung, um die noch kommenden Verluste ausgleichen zu können. Deshalb unterstützen wir den Vorschlag der Länderverkehrsminister ausdrücklich“, so Wolff.

Kaum Angebotsreduzierung – auf Wunsch der Politik

Obwohl die Zahl der Fahrgäste um 70 Prozent sank, haben die Verkehrsunternehmen in Absprache mit Ländern und Kommunen sowie auf ausdrücklichen Wunsch der Politik ihr Angebot kaum reduziert. „Rein betriebswirtschaftlich betrachtet hätten unsere Mitgliedsunternehmen ihr Angebot deutlich reduzieren müssen, um Kosten zu sparen und damit Einnahmenverluste auszugleichen. Aber wir sind in Deutschland ein zentraler Baustein der Daseinsvorsorge und haben einen weitergehenden Auftrag“, heißt es beim VDV. Der Verband weist zudem darauf hin, dass die Branche so gut wie keine Kurzarbeit angemeldet hat, obwohl die nötigen Voraussetzungen dafür vorgelegen hätten.

Für den nun anstehenden Hochlauf des Verkehrs entstehen weitere Kosten im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich– etwa für den Trennschutz bei Fahrern, um wieder alle Bustüren öffnen zu können. Zudem müssen zusätzliche Kapazitäten, etwa durch die Anmietung von Reisebussen, beschafft werden, um mehr Raum für die Einhaltung von Abständen zu schaffen. Auch hierfür, so Wolff, müssen Bund und Länder gemeinsam eine kurzfristige finanzielle Lösung finden. (wa)