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Bild: BVG/Clemens Bilan

Berlin testet Buszug-Einsatz in Morgenspitzen

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) nutzen die Ferienzeit, um zu testen, ob ein in München eingesetzter Buszug auch für ihr Verkehrsnetz geeignet ist.

Das von der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ausgeliehene Gespann besteht aus einem MAN-Bus mit Göppel-Personenanhänger. Die 23 Meter langen Fahrzeuge bieten Platz für insgesamt rund 130 Fahrgäste. Damit die Fahrgäste an Berliner Haltestellen den Buszug als Linienbus erkennen und sich einzusteigen trauen, haben die Berliner für den Test die Busfront mit Folie im typischen BVG-Gelb beklebt.

Die MVG setzt seit Herbst 2013 auf Buszüge. Die Flotte umfasst inzwischen 22 Gespanne (drei weitere bei MVG-Kooperationspartnern), weitere 15 sollen noch dieses Jahr bestellt werden. Wesentlicher Vorteil des Fahrzeugkonzepts ist seine Flexibilität: Das Platzangebot kann durch Abkuppeln des Anhängers ohne großen Aufwand bedarfsgerecht und damit besonders wirtschaftlich der jeweiligen
Nachfrage zu unterschiedlichen Zeiten angepasst werden. Die Fahrzeuge werden morgens im Berufs- und Schülerverkehr gezielt auf den Fahrten mit der stärksten Nachfrage mehrerer Linien eingesetzt und wechseln nach der Morgenspitze auf Linien mit generell hoher Nachfrage.

Zu Zeiten schwächerer Nachfrage (vor allem an Wochenenden, Feier- oder Ferientagen) bleiben die Anhänger in der Regel im Depot. Sie haben somit auch eine längere Lebensdauer als die Zugfahrzeuge und verbrauchen nicht unnötig Kraftstoff für Überkapazitäten in Schwachlastzeiten. Auch für große Ersatzverkehre bei Baustellen oder Veranstaltungen bieten sich die Fahrzeuge an.

MVG-Chef Herbert König: „Wir freuen uns, dass die BVG einen unserer Buszüge
testet und sind gespannt auf die Berliner Erfahrungen. In München haben
sich die Gespanne bisher in jeder Hinsicht bewährt. Die Buszüge helfen uns bei der Bewältigung von Engpässen im Berufs- und Schülerverkehr, sind aber auch jederzeit als Solobus ohne Anhänger einsetzbar. Im Schienenersatzverkehr leisten sie derzeit auch gute Dienste auf Tramlinien. Unsere Fahrgäste schätzen  vor allem das geräumige Platzangebot. Das ist eine echte Erfolgsgeschichte.“ (ad)