SWM: Flächendeckender Einsatz von Defibrillatoren

SWM und MVG wollen bald alle 100 Münchner U-Bahnhöfe mit automatisierten externen Defibrillatoren (AED) ausstatten.

Mit einer Spende von 66 000 € helfen die Stadtwerke München (SWM) dabei mit, die bereits 71 vorhandenen automatisierten Lebensretter auf 84 Geräte in mittlerweile 73 U-Bahnhöfen aufzustocken. Ziel der SWM ist es, die lebensrettenden Apparate auf den insgesamt 100 Bahnhöfen flächendeckend zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig feierte die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) am Freitag, den 14. Dez. die Eröffnung der 250. MVG-Notfallsäule. Bis 2014 sollen es rd. 450 Säulen werden, die ebenfalls alle 100 Bahnhöfe abdecken sollen.

Die MVG war nach eigenen Angaben 2001 der erste U-Bahnbetreiber der Welt, der sein Netz für automatisierte Defibrillatoren öffnete. Seitdem konnten 16 Menschen durch deren Einsatz das Leben gerettet werden, so die SWM. Die SWM spendeten das Geld an den Verein "München gegen den plötzlichen Herztod", dieser beschafft die Geräte und stellt diese wiederum der Berufsfeuerwehr München zur Verfügung, die zusammen mit der MVG geeignete Standorte auswählt.

"Durch unsere Spende haben wir künftig in jedem U-Bahnhof mindestens ein Defi-Gerät. Damit übernehmen wir wieder eine Vorreiterrolle im Kampf gegen den plötzlichen Herztod und für die Sicherheit unserer Fahrgäste", so MVG-Chef Herbert König. Anfangs sei es nicht so einfach gewesen, zu belegen, dass ein Defibrillator im öffentlichen Raum sinnvoll sei, erzählt Dr. Markus Matula, Vorsitzender des Vereins "München gegen den plötzlichen Herztod". Doch man habe sich nicht entmutigen lassen und den Ausbau gegen mancherlei Widerstände vorangetrieben.

Dass 16 Menschen mit dem Defibrillator das Leben gerettet werden konnte, sei damit weltweit das erfolgreichste Projekt, so die SWM. Die Reanimationsregister der Berufsfeuerwehr München weisen eine Überlebenschance von unter 5 % auf. "Die Wahrscheinlichkeit im U-Bahnbereich den plötzlichen Herztod zu überleben ist laut einer Vergleichsstudie statistisch 27-fach höher als bei Reanimationseinsätzen des normalen Rettungsdienstes inkl. der First-Responder-Einsätze", so Dr. Assal, ärztlicher Leiter der Laiendefibrillationsprojekte von München. Im Übrigen müsse niemand Angst vor der Anwendung haben: "Den entscheidenden Schritt, die Analyse des Herzrhythmus, führt das Gerät automatisch und mit größter Genauigkeit durch. Liegt ein lebensgefährliches Kammerflimmern vor, fordert das Gerät über Sprachanweisung zur Defibrillation oder weiteren Maßnahmen auf. Ein Elektroschock kann nur abgegeben werden, wenn tatsächlich ein lebensbedrohlicher Zustand vorliegt," so Assal. Ein fehlerhafter Gebrauch oder Missbrauch sei praktisch ausgeschlossen. (sg)