So soll die künftige Endhaltestelle Jungfernsee mit Wendeschleife aussehen. Bild: Vössing

Neue Straßenbahn bis zum Jungfernsee

Erster Spatenstich: Die Verlängerung der Potsdamer Tramlinie 96 von der Endhaltestelle Viereckremise zum Campus Jungfernsee beginnt.

"Es ist die erste Streckenerweiterung der Straßenbahn im Land Brandenburg seit mehr als 15 Jahren", stellte Potsdams Oberbürgermeister, Jann Jakobs, die Verlängerung der Tramlinie 96 bei den Feierlichkeiten zum ersten Spatenstich dar. Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Christian Erdmann betonte: "Das Investitionspaket, das gemeinsam von der Landeshauptstadt Potsdam, den Stadtwerken Potsdam und dem Verkehrsbetrieb geschnürt wurde, ist gelebte Daseinsvorsorge für den künftigen öffentlichen Personennahverkehr in Potsdam." Die Strecke zum Jungfernsee gehört zu dem knapp 49,2 Mio. Euro umfassenden Investitionspaket, das gemeinsam von der Landeshauptstadt Potsdam, den Stadtwerken Potsdam und der ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH geschnürt wurde. Die Kosten liegen bei circa 7,5 Mio. Euro. Auf der verlängerten Strecke in den Norden sollen künftig auch verlängerte Combino-Fahrzeuge eingesetzt werden. Deren Umbau wird ebenfalls durch das Investitionspaket finanziert.

ViP-Geschäftsführer Oliver Glaser betonte, dass die Straßenbahn auf einem eigenen Gleiskörper unabhängig vom motorisierten Individualverkehr verkehre und dadurch eine schnelle Verbindung in die Potsdamer Innenstadt und zum Hauptbahnhof vorbei am Stau in der Hauptverkehrszeit entstehe. "Dies ist gut für unsere Fahrgäste, entlastet aber auch den Straßenverkehr in der gesamten Stadt." ViP-Geschäftsführer Martin Grießner ergänzt: "Das größte Wachstum für den öffentlichen Personennahverkehr wird im Potsdamer Norden erwartet. Wir gehen von einem Anstieg der Verkehrsnachfrage im Bornstedter Feld um 57 Prozent aus." Dies mache eine dynamische Fortschreibung des Nahverkehrsangebots  erforderlich. Ein wichtiger Teil davon sei die neue Strecke zum Jungfernsee. " 

Gebaut werden in den kommenden zwölf Monaten 1125 Meter Strecke, davon 330 Meter eingleisig und 400 Meter Wendeschleife mit einem Aufstellgleis von 85 Metern Länge. Verbaut werden insgesamt 4750 Meter Schienen, 1800 Stück Schwellen, vier Weichen sowie 50 neue Maste mit insgesamt 2500 Metern Fahrdraht. Als Umweltmaßnahme wird ein großer Teil der Strecke als Rasengleis mit einer Gesamtfläche von 8000 Quadratmeter verlegt. Zum Fahrplanwechsel am 17. Dezember 2017 sollen die ersten Fahrgäste auf der neuen Strecke unterwegs sein. (al)