Die Stadtwerke Osnabrück verfolgen einen ambitionierten Plan für die Umstellung der Busflotte: Peter Wüstnienhaus (li.) vom Econnect-Projektträger Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Dr. Stephan Rolfes, Vorstand der Stadtwerke Osnabrück, bei der Inbetriebnahme eines Midibusses. Bild: Stadtwerke Osnabrück

Öffentlichen Nahverkehr entdieseln

Forum für Zukunftsenergie: Bundestagsabgeordnete, Bundesverkehrsministerium und BDEW plädieren für eine Aufstockung der Förderung für E-Busse.

"Wir müssen auch den öffentlichen Nahverkehr entdieseln, vor allem die großen Busse", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Andreas Rimkus gestern Abend bei einer Veranstaltung des Forums für Zukunftsenergien in Berlin. Gleichzeitig plädierte er für eine verstärkte Förderung der Betriebskosten von Elektrobussen sowie der Umrüstung von Betriebshöfen, um kommunalen Verkehrsunternehmen, den Umstieg zu erleichtern. Carsten Müller, Bundestagsabgeordneter der CDU/CSU verwies in diesem Zusammenhang auf die "hervorragenden Erfahrungen, die wir in Braunschweig mit Elektrobussen gemacht haben". Einen Markthochlauf für Elektrobusse forderte auch Stephan Kühn, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen.

Zudem appellierten die Bundestagsabgeordneten an die deutschen Hersteller, sich ein Beispiel an Herstellern wie Solaris (Polen) und VDL (Niederlande) zu nehmen und Elektrobusse auf den Markt zu bringen. "Es ist schon etwas traurig, wenn Stadtwerke sich deutsche E-Busse beschaffen wollen und derzeit keine angeboten werden", sagte Kühn.

Bestehende Förderprogramme überzeichnet

"Auch wir sind der Meinung, dass wir noch stärker Elektrobusse fördern sollten, also geben Sie uns mehr Geld dafür", griff Brigitta Worringen, Leiterin der Unterabteilung G 2 Nachhaltige Mobilität beim Bundesverkehrsministerium, den Ball auf. Sie verwies darauf, dass bestehende Förderprogramme bereits überzeichnet sind. "Auch wir würden uns wünschen, dass recht bald ein zweiter Call kommt, um den Bedarf abzudecken", sagte Eric Ahlers, Abteilungsleiter beim BDEW mit Hinblick auf die Förderung von Ladeinfrastruktur für batteriebetriebene E-Busse von kommunalen Unternehmen.

Gleichzeitig unterstrichen sowohl Ahlers als auch die Parlamentarier den Bedarf nach einem verstärkten Ausbau und Förderung der Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland für den verstärkten Einsatz von Brennstoffzellen-Fahrzeugen, seien es Busse, Bahnen oder PKW. Und auch Erdgas-Mobilität, sollte, zumindest als Zwischenlösung, nicht in die Ecke gestellt werden. Kühn, Rimkus und Müller signalisierten unisono ihre Unterstützung für die vorgesehene Verlängerung der Steuerbefreiung für Erdgasfahrzeuge (CNG/LNG) bis 2026. Dies ist in einem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Energiesteuer- und Stromgesetzes vorgesehen, der heute im Bundestag beraten wird. Kühn verwies auf die Dringlichkeit für große Verkehrsunternehmen wie die Berliner BVG, die derzeit dabei sind, die Beschaffung von 600 Bussen vorzubereiten. "Wenn die Erdgasbefreiung nicht bald kommt, werden sie wohl wieder Dieselbusse beschaffen", sagte er. In welchem Maßstab die BVG auf Elektrobusse umrüstet, blieb bei der Veranstaltung offen. (hcn)