NVV Geschäftsführer Wolfgang Rausch. Bild: NVV

Kein Verbund mit Rhein-Main-Verkehrsverbund

Am 1. November beginnt in Kassel der neue Geschäftsführer des Nordhessischen Verkehrsverbundes Wolfgang Rausch seine Arbeit.

Der neue NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch hat bei seiner Einführung in die Aufgaben durch den Kasseler Landrat und Aufsichtsratsvorsitzenden Uwe Schmidt (SPD) ein klares Bekenntnis zur Eigenständigkeit des Nordhessischen Verkehrsverbundes von der neuen Landesregierung gefordert. „Der Nordhessische Verkehrsverbund passt zu Nordhessen und prägt die Region als Mobilitätsdienstleister des öffentlichen Nahverkehrs mit. Er hat wichtige Aufgaben zur weiteren positiven Entwicklung der nordhessischen Region zu leisten. Eine Fusion mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund wäre nicht zielführend“, erklärte Rausch und forderte von der neuen Landesregierung ein klares Bekenntnis, in der Vergangenheit geäußerte Fusionsgedanken zu den Akten zu legen.
 
Landrat Uwe Schmidt bekräftigte: „Bisherige Diskussionen um die Fusion zu einem hessenweiten Verkehrsverbund werden den Mobilitätsbedürfnissen der Menschen in Nordhessen nicht gerecht. Sie sind angesichts der Ausrichtung des Nahverkehrsangebotes auf die spezifischen Situationen vor Ort völlig überflüssig.“
 
Rausch wolle über kleinräumigen Kooperationen den Menschen in Nordhessen ein Nahverkehrsangebot „aus einem Guss“ bieten, das auch den sich verändernden Bedürfnissen gerecht wird. „Die RegioTram, die 5-Minuten-Garantie und das neue Angebotsmodell „Mobilfalt“ sind Beispiele dafür, dass der NVV aus der Zusammenarbeit starke Innovationskraft entwickelt; dies will ich fortsetzen“, erklärt Rausch.
 
Der in Kassel gebürtige neue Chef des Nordhessischen Verkehrsverbundes soll kurzfristig Klaus-Peter Güttler ablösen und nach dem Ausscheiden von Wolfgang Dippel ab Mitte 2014 den Verkehrsverbund allein führen. Wolfgang Rausch (59, parteilos) wurde in einem offenen Bewertungsverfahren unter zahlreichen Bewerbern vom AR ausgewählt. Seit über 30 Jahren arbeitet er im Sektor ÖPNV. Nach der Ausbildung und ersten Berufserfahrungen beim Regierungspräsidium Kassel war er im hessischen Verkehrsministerium für das Eisenbahnwesen und den ÖPNV zuständig. Er wirkte an den Gesetzen zur Bahnreform in den 90er Jahren und danach am Aufbau der hessischen Strukturen zur Organisation und Finanzierung des ÖPNV als Referatsleiter mit. Die vergangenen acht Jahre war er als Prokurist beim Rhein-Main-Verkehrsverbund tätig und dort im Wesentlichen für Koordination und Querschnittsaufgaben zuständig. (al)