Hürths Bürgermeister Dirk Breuer, SWH-Vorstand Stefan Welsch und Carsten Bußjaeger, Prokurist und Verkehrsleiter der Regionalverkehr Köln, weisen auf die Vorteile der Busflotte hin.
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Europameister bei Wasserstoff-Bussen

Die größte städtische Brennstoffzellen-Busflotte hat nicht Berlin, Hamburg oder Amsterdam, sondern Hürth bei Köln.

Hürth werde im Sommer eine der größten, wenn nicht gar die größte städtische Busflotte mit Wasserstoffantrieb in Europa haben, verkündet Dirk Breuer, Bürgermeister der 60.000-Einwohner Stadt im Rhein-Erft-Kreis nahe Köln. Zehn neue Busse wurden soeben der Öffentlichkeit vorgestellt. „Die gerade verabschiedete nationale Wasserstoffstrategie gäbe es nicht ohne Pioniere, die den Wert dieses alternativen Antriebs gesehen und erprobt haben“, so der Bürgermeister.

2011 waren die ersten Wasserstoff-Busse unterwegs

Hürth als Standort der chemischen Industrie war schon seit dem Jahr 2011 Ausgangspunkt für den Testbetrieb der ersten beiden Brennstoffzellen-Hybridbusse „Phileas“. „Der Einsatz des Phileas war eine wegweisende Entscheidung für Hürth“, meint Stefan Welsch, Vorstand der Stadtwerke Hürth. Der Bau und Einsatz dieses Prototyps kam durch ein Forschungsprojekt zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden zustande.

Nach drei Jahren kamen weitere Brennstoffzellen-Hybridbusse dazu, Vorserienfahrzeuge des belgischen Herstellers van Hool. Weil der Einsatz überwiegend störungsfrei war, fiel die Entscheidung, die Busflotte komplett umzustellen.

Aktuell setzt Regionalverkehr Köln (RVK) – der operative Partner der Stadt und Stadtwerke – fünf der neuen Brennstoffzellen-Hybridbusse und ein Vorserienfahrzeug von van Hool in Hürth ein. Weitere fünf Busse sollen im Juli ausgeliefert und ebenfalls in den Stadtverkehr von Hürth integriert werden.

Zweite Tankstelle geplant

Betankt werden die Fahrzeuge an einer Wasserstoff-Tankstelle im Chemiepark Hürth-Knapsack. Bis zu zwölf Busse können hier täglich betankt werden, nachdem die Tankstelle 2019 aufgerüstet wurde. Um den Fuhrpark komplett umzustellen, soll eine zweite Wasserstoff-Tankstelle entstehen. (wa)