Ein automatisiertes Depot, in dem die Tram etwa selbstständig durch eine Waschanlage fährt, könnte der erste Schritt hin zu einer autonom fahrenden Straßenbahn sein.
Bild: © Sandra Göttisheim, KIT

Das Tramdepot arbeitet von allein

KIT, Siemens und Verkehrsbetrieb Potsdam forschen an vollautomatisiertem Depot mit autonom fahrender Tram.

Das Projekt AStrid „Autonome Straßenbahn im Depot“ hat sich die Vollautomatisierung eines Straßenbahndepots auf Basis einer autonom fahrenden Tram und eines digitalen Betriebshofes zum Ziel gesetzt. Das Karlsruher Institut für Technolgie (KIT) und die Partner, darunter Siemens Mobility und der Verkehrsbetrieb Potsdam (ViP), starten nun die Entwicklungsarbeit.

Die Umsetzung findet auf dem Betriebshof des ViP statt. Ziel ist die Entwicklung eines digitalen Betriebshofs auf Basis einer autonom fahrenden Tram. Die technische Machbarkeit wird mit autonomen Servicefahrten zu einem Abstellgleis demonstriert, beispielsweise durch eine Waschanlage.

Erste Stufe der autonomen Tram

Mittelfristig soll die Depotautomatisierung als eine erste Stufe des autonomen Fahrens kommerziell nutzbar gemacht werden. Bei der Entwicklung soll von Anfang an berücksichtigt werden, welche rechtlichen Rahmenbedingungen für die Genehmigung und den Betrieb einer autonom fahrenden Straßenbahn zu beachten sind und in welchen ökonomischen Rahmen ein operativer Betrieb abzubilden wäre.
 
Das KIT bringt dabei nach eigenen Angaben die Expertise zur Spezifikation und Digitalisierung der Betriebshöfe, der Automatisierung von Prozessen und der Identifikation der dafür benötigen Daten ein. Siemens Mobility realisiert die autonom fahrende Tram im Depot, die über den Data-Hub des Partners Codewerk in die Daten- und Systemlandschaft eingebunden ist und sich auf Basis einer digitalen Karte des Projektpartners Mapillary lokalisiert. Die ViP stellt das Fahrzeug und die Depot-Infrastruktur zur Verfügung, sie ermöglicht den Zugang zu den benötigten Daten, Systemen und Anlagen und bewertet die Ergebnisse aus Sicht eines Depotbetreibers.

„Hilfreich für die ganze Branche“

„Wir freuen uns, dass Potsdam erneut ausgewählt wurde. Die praktische Demonstration, welche Schritte zeitnah umgesetzt werden könnten, wird für uns und für die ganze Branche hilfreich sein. Es geht insbesondere um die Überprüfung, ob und wie zeitintensive Rangierprozesse auf einem Betriebshof automatisiert werden können. Dies ist für unseren derzeitigen Betriebshof und für einen möglichen weiteren Betriebsstützpunkt im Potsdamer Norden eine interessante Option“, sagt Monty Balisch, Geschäftsführer der ViP. (wa)