Der Brennstoffzellenzug auf seiner Testfahrt im Schwarzwald.
Bild: © SWEG

Der Brennstoffzellenzug schafft auch Berge

Im Schwarzwald zeigt sich, dass das Alstom-Fahrzeug Höhenunterschiede problemlos bewältigt.

Der erste Brennstoffzellen-Triebzug für den Regionalverkehr – der von Alstom gebaute Coradia iLint – hat seine erste Testfahrt im Gebirge bestanden. "Wir konnten im Schwarzwald zeigen, dass dieses Fahrzeug nicht nur im Flachland zuverlässig fährt, sondern auch große Höhenunterschiede problemlos bewältigen kann", resümierte Dr. Jörg Nikutta, Geschäftsführer von Alstom in Deutschland und Österreich. Züge mit Brennstoffzellen- oder Batterietechnik sind eine Alternative für Bahnstrecken, deren Elektrifizierung zu kostspielig ist.

Die Sonderfahrt verlief von Offenburg durchs Kinzigtal nach Freudenstadt. Zu bewältigen war ein Höhenunterschied von mehr als 500 Metern, zudem herrschten auf dem zweiten Teil der Strecke winterliche Verhältnisse. An Bord waren mehr als 100 geladene Gäste und Journalisten.

Der Coradia iLint von Alstom verfügt neben zwei Brennstoffzellen, die Wasserstoff und Sauerstoff zu Strom umwandeln, zusätzlich über zwei Batterien, die die beim Bremsen entstehende Energie speichern. Ein vollgetankter Coradia iLint hat eine Reichweite von rund 1000 Kilometern.

Roland-Berger-Studie sieht viel Potenzial

Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger planen rund 90 europäische Städte, in den kommenden fünf Jahren 1,8 Milliarden Euro in wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen zu investieren – etwa bei Stadtbussen, Autos, Lieferwagen sowie Wärmeerzeugungs- und Industrieprozessen.

Der Ausbau von Wasserstofftechnologie könnte also ein erfolgreiches Geschäftsmodell sein, wäre da nicht das Problem des fehlenden Angebots. Es gibt laut Studie zu wenige Hersteller, die kommerziell nutzbare Busse, Lieferwagen und Autos in kleinen Stückzahlen produzieren. Europäische Hersteller sollten daher ihre Produktionskapazitäten schnell und deutlich erweitern, so die Empfehlung der Studienautoren. Nur so können sie das enorme Potenzial nutzen und ihre Abhängigkeit von asiatischen Anbietern reduzieren. (wa)