Sie ist das Wahrzeichen von Wuppertal: die 1901 erbaute Schwebebahn. Ab August fährt sie wieder. Bild: © Wuppertaler Stadtwerke

Fliegen mit dem Zug: Wuppertaler Schwebebahn vor Neustart

Die Schwebebahn fährt ab 1. August wieder. Die Menschen in Wuppertal, aber auch Besucher können es kaum erwarten. Denn die Hochbahn ist der wichtigste Teil des Nahverkehrs der 350 000-Einwohner-Stadt.

Die Schwebebahn in Wuppertal ist schnell, ein Denkmal und außerdem eine Attraktion. In den vergangenen Monaten kamen immer wieder Gäste in die Touristeninformation der bergischen Stadt und waren enttäuscht über den Stillstand bei der Hochbahn. "Wir merken schon einen Rückgang der Tagestouristen", berichtete der Geschäftsführer von Wuppertalmarketing, Martin Bang. Die Schwebebahn sei ein absoluter Reisegrund für Besucher. Die Wuppertaler sind erleichtert, dass ihre Hängebahn am 1. August wieder fährt. Nach mehr als acht Monaten Stillstand gaben die Stadtwerke nun grünes Licht.

Es war die längste Zwangspause in der Geschichte der Bahn: Im November 2018 war eine Stromschiene auf mehreren Hundert Metern Länge vom Trägergerüst abgestürzt. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Aber seitdem ruhte der Betrieb auf der 13,3 Kilometer langen Trasse. Nach Angaben der Stadtwerke wurden nach dem Unfall mehrere Sicherungen eingebaut. Alles musste maßgeschneidert entwickelt werden, denn eine Schwebebahn gibt es nur in Wuppertal.

1901 eingeweiht - Unglückstag am 12. April 1999

Die 1901 eingeweihte Bahn wurde lange als sicherstes Verkehrsmittel der Welt gerühmt und ab den 1990er Jahren umfassend saniert. Doch am Morgen des 12. April 1999 geschah ein Unglück, bei dem fünf Menschen starben und 47 verletzt wurden. Die erste Bahn war gegen eine bei Bauarbeiten vergessene Eisenkralle gefahren und fast acht Meter tief in die Wupper gestürzt.

Im Juli 1950 war ein kleiner Elefant namens "Tuffi" während einer Zirkus-Werbefahrt aus dem fahrenden Zug in die Wupper gesprungen und mit einer Schramme am Po davongekommen.

Seit Wochen fahren wieder leere Bahnen - bald startet der Normalbetrieb

Bis zum 1. August fahren noch meist überfüllte Schwebebahn-Ersatzbusse durch Wuppertal. Die Trasse der an meterhohen Trägern hängenden Bahn verläuft meist über der Wupper quer durch die Stadt. Da rote Ampeln und Staus einfach überflogen werden, ist die im Minutentakt fahrende historische Bahn schneller als Autos und Busse. Normalerweise fahren täglich 82.000 Menschen damit, die Bahn ist das Rückgrat des Nahverkehrs.

Auf der Schwebebahn-Trasse aber sind seit einigen Wochen schon wieder leere Bahnen unterwegs. Denn die 80 Fahrer der Hängezug-Flotte brauchen Fahrpraxis. "Allzu lange Fahrpausen sind nicht gestattet", sagte Stadtwerke-Sprecher Holger Stephan. Bis zu zehn Bahnen waren gleichzeitig auf der Strecke unterwegs. Am 1. August um 5.12 Uhr soll der Normalbetrieb wieder starten. (dpa/hcn)