In der U-Bahn-Werkstatt der Nürnberger VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft wurde eine spezielles Laser-Messfahrzeug auf einen Anhänger des Gleisbaus verladen. Bild: VAG/Lohss

Laserscanner in Nürnberger U-Bahn-Tunnel

In Nürnberg werden U-Bahn-Tunnel und -Bahnhöfe mit einem Laserscanner dynamisch erfasst.

Die  Nürnberger VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft vermißt in Zusammenarbeit mit dem U-Bahn-Bauamt das Liniennetz der U1 und U2 sowie einige Bahnhöfe, an denen in nächster Zeit Baumaßnahmen ge­plant sind. Dabei kommt eine neue Methode zum Einsatz, die bisher meist oberirdisch Anwendung fand: das 3D­Laserscanning. Die Bestandsvermessung durch das 3D-Laserscanning liefert als Ergebnis eine im Raum orientierte Punktewolke. Daraus wird ein digitaler CAD-Datenbestand generiert und damit eine zeitgemäße Daten­grundlage geschaffen. In Bayern ist die dynamische Vermessung von U-Bahn-Anlagen eine Premiere. Die Konstruktion ist außergewöhnlich: eine Diesellok des VAG-Gleisbaus zieht das Messfahrzeug auf einem Anhänger nachts während der Betriebsruhe mit 7 km/h durch die U-Bahn-Tunnel. Das Messfahrzeug ist ge­spickt mit einer Vielzahl an Messtechnik, die ursprünglich aus der Navigation stammt: Drei Laserscanner und acht Inf­rarotkameras erfassen eine Million Punkte pro Sekunde. Sie wurden speziell auf das Tunnelprofil der Nürnberger U-Bahn angepasst. Die beiden Laserscanner rechts und links scan­nen das komplette Lichtraumprofil des Tunnels, der dritte das untere Lichtraumprofil sowie das Gleis. Während der Fahrt erfassen die Scanner fortlaufend Millio­nen von Messpunkten. Die gesamte sichtbare Oberfläche inklusive Gleisen, Stützen, Bauwerken, Bahnsteigkanten, Rissen oder Kabeln wird abgetastet. So entsteht eine fast fotografische Darstellung. Die gelieferten Daten sind bis auf wenige Millimeter exakt. (hi)