Die neue Straßenbahn soll Lüttich vom Straßenverkehr entlasten.
Bild: © TEC

Lüttich bekommt wieder eine Straßenbahn

Europäische Investitionsbank stellt Kredit über 200 Mio. Euro bereit und finanziert damit etwa die Hälfte der Kosten.

1967 fuhr die letzte Straßenbahn in der belgischen Stadt Lüttich ins Depot – der Busverkehr sei viel moderner, günstiger und flexibler, lautete damals die weit verbreitete Ansicht. Doch auf den chronisch verstopften Straßen kommen auch die Busse nicht mehr weiter – trotz einiger vorhandener Busspuren.

Gleise durch nie benutzten U-Bahn-Tunnel

Daher wird seit rund zehn Jahren eine Tramverbindung diskutiert und geplant. In diesen Tagen sollen die ersten Bauarbeiten beginnen, teilt das kommunale Verkehrsunternehmen TEC mit. Der erste Bauabschnitt, rund zwölf Kilometer lang, soll vom Fußballstadion von Standard Lüttich in Sclessin über den Hauptbahnhof und die Innenstadt bis zur Messe in Coronmeuse führen. Die Strecke nutzt einige Busspuren, aber auch einen vorhandenen U-Bahn-Tunnel aus den 80er Jahren, der nie fertig gestellt wurde.

Für die Finanzierung hat die Europäische Investitionsbank (EIB) nun grünes Licht gegeben: Sie wird einen langfristigen Kredit in Höhe von 200 Mio. Euro bereitstellen und damit rund die Hälfte der Gesamtkosten für Strecke und Fahrzeuge finanzieren.

Dieses "sehr langfristige Darlehen", das sich über fast drei Jahrzehnte erstreckt, wird nach Angaben der EIB aus dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI), der finanziellen Säule des Juncker-Plans, bereitgestellt. Das Infrastrukturprojekt ist als Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP-Projekt) ausgestaltet und sei das erste große ÖPP-Projekt in der Region Wallonien. (wa)