Bald schon soll der autonom fahrende Bus im Linienverkehr zwischen der Altstadt und dem Busbahnhof pendeln.
Bild: © Oliver Berg/dpa

Monheim will erste selbstfahrende Busflotte in Linienbetrieb bringen

Eine Busfahrt ohne Busfahrer am Steuer - klingt verrückt, könnte in Monheim bald aber schon Alltag werden. Denn die rheinische Stadt setzt auf autonome Kleinbusse im Linienbetrieb - und ist damit bei dieser Zukunftstechnologie vorn mit dabei

Die Stadt Monheim am Rhein will von diesem Herbst an eine selbstfahrende Busflotte im Linienbetrieb einsetzen und sieht sich damit europaweit in einer Vorreiterrolle. «Wir betreten hier Neuland», sagte Bürgermeister Daniel Zimmermann bei der Vorstellung am Dienstag in Monheim. Die Gesamtstrecke zwischen der Altstadt und dem Busbahnhof ist gut zwei Kilometer lang. Die neue Linie sei als Zubringer zu den klassischen Hauptbuslinien gedacht, sagte Zimmermann. Der kleine Bus, in dem maximal elf Passagiere Platz haben, sei besser geeignet für die engen Straßen der Altstadt.

Angeschafft werden fünf vollautomatisierte, vier Meter lange Elektrofahrzeuge, die Gesamtinvestitionen liegen bei 2,1 Mio. Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen übernimmt davon 90 Prozent. Nach Testfahrten im Frühling und Sommer will Monheim die Linienkonzession beantragen - ab Herbst soll die Linie dann im Zehn-Minuten-Takt auf öffentlichen Straßen unterwegs sein.

Operator immer mit an Board

Ähnliche Vorhaben gibt es bereits in anderen Städten, dort handelt es sich aber entweder um reine Tests oder um Strecken ohne Flotte im Linienbetrieb - so ein Betrieb bedeutet, dass sich Monheim zu den Fahrten verpflichtet und die Linie unbefristet zu einem ganz normalen Teil des Verkehrsplans wird. Im bayerischen Bad Birnbach ist ein ähnlicher Bus für die Deutsche Bahn unterwegs - hier ist es aber nur ein einzelner Bus und keine Flotte. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) sprach von einem innovativen Projekt, mit dem man auf dem Weg in die Zukunft der Mobilität vorankomme.

Der Betrieb erfolgt per Ausnahmegenehmigung. Ein Begleiter - Operator genannt - muss noch an Bord sein, um notfalls per Knopfdruck eingreifen zu können. Ein klassisches Lenkrad gibt es nicht mehr. (dpa/ls)