Start der E-Mobilität im Münchner ÖPNV
Bild: © SWM/MVG

MVG: Münchens erste E-Buslinie kommt

Bis 2030 will die MVG ihre Flotte weitgehend elektrifizieren. Das hängt aber von Fortschritten in verschiedenen Bereichen der E-Bus-Entwicklung ab.

München setzt auf Elektrobusse: Die Linie 100 wird als erste Münchner Buslinie elektrifiziert. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) setzt ab 6. März zwei Zwölf-Meter-Busse auf der sogenannten Museenlinie ein. Bis Ende dieses Jahres kommen im zweiten Schritt vier weitere Zwölf-Meter-Fahrzeuge dazu. Der dritte Schritt folgt 2020: Dann erhält die MVG ihre ersten beiden E-Gelenkbusse mit einer Länge von 18 Metern. Diese komplettieren die E-Busflotte für die Linie 100. Alle Fahrzeuge "tanken" Ökostrom und werden damit emissionsfrei angetrieben.

Die Museenlinie ist insgesamt sieben Kilometer lang und wird tagsüber im Zehn-Minuten-Takt von sieben Bussen bedient. Jedes Fahrzeug legt pro Tag zwischen 180 und 260 Kilometer zurück. Die technische Reichweite eines E-Busses liegt mit vollem Energiespeicher bei den heutigen Modellen zwischen 230 und 280 Kilometern und bei den neuen Fahrzeugen, die bis Ende 2019 ausgeliefert werden, bei 250 bis 300 Kilometern, abhängig von den Witterungsbedingungen.

Wortmann: "Echter Härtetest"

"Wir unterziehen die E-Busse auf der Linie 100 einem echten Härtetest", sagt MVG-Chef Ingo Wortmann. "Die Fahrzeuge müssen unter Beweis stellen, dass sie die erforderliche Tagesfahrleistung und die Topografie auf der Linie 100 zuverlässig meistern. Wir werden unsere Erfahrungen intensiv mit den Herstellern teilen, um so auch die Weiterentwicklung zu fördern und möglichst bald möglichst reife E-Busse bestellen zu können. Für die Umstellung weiterer Linien benötigen wir vor allem kapazitätsstarke Fahrzeuge mit ausreichender Reichweite, also Gelenkbusse und noch größere Fahrzeuge wie Buszüge. Da sind jetzt die Hersteller am Zug! Klar ist: Die Elektrobusse müssen am Ende genauso leistungsfähig und genauso hoch verfügbar sein wie heute die Dieselbusse."

Bei den E-Bussen für die Linie 100 handelt es sich bei den Zwölf-Meter-Bussen um Modelle des Herstellers Ebusco der Generation 2.1 bis 3.0. Die Gelenkbusse mit 18 Metern Länge kommen vom Hersteller EvoBus. Die Verträge mit Ebusco und EvoBus umfassen Optionen über 16 weitere E-Solobusse und acht zusätzliche E-Gelenkbusse. Diese Fahrzeuge sollen beschafft werden, sobald sich die ersten Busse im realen Fahrgastbetrieb in München bewährt haben. Zwei weitere E-Gelenkbusse in Leichtbauweise mit einer Option über acht weitere Fahrzeuge sind derzeit im Ausschreibungsverfahren.

Innovationspartnerschaft mit MAN

Die E-Busflotte der MVG könnte damit in absehbarer Zeit aus rund 40 Fahrzeugen bestehen. Zusätzlich ist im Rahmen der Innovationspartnerschaft mit dem Hersteller MAN der Einsatz der ersten MAN-E-Busse in München vorgesehen. Die MVG strebt an, ihre Flotte bis ca. 2030 weitestgehend zu elektrifizieren.

Die sechs derzeit in der Fertigung befindlichen Busse kosten samt Ladetechnik rund 3,9 Millionen Euro. Elektrobusse haben nach Angaben der MVG das Potenzial, zum Standard auf Münchens Straßen zu werden. Allerdings müssten die derzeit noch vorhandenen Schwachstellen konsequent abgebaut werden. Wichtig sei vor allem, die Batterien noch leistungsfähiger zu machen, Heiz- und Kühlsysteme zu optimieren und das Gewicht der E-Busse zu reduzieren. Dies gelte auch besonders für die Elektrifizierung der großen Fahrzeuge wie Gelenkbusse und Buszüge. Vor allem diese Busse werden in München benötigt, sind am Markt aber noch nicht serienmäßig verfügbar oder noch gar nicht zu haben. (hp)