Ein neuer Speicher für die Bremsenergie der Straßenbahnen (v.l.): Stephan Bartosch (VAG Vorstand), Gerda Stuchlik (Umweltbürgermeisterin), Michael Flösch (Unternehmensbereichsleiter) und Oliver Benz (VAG Vorstand)
Bild: © VAG Freiburg

Neuer Schwungradspeicher in Freiburg

In Freiburg wird der Umweltschutz groß geschrieben. Deswegen baute die Stadt nun bereits den zweiten Schwungradspeicher, der die Bremsenergie von einer Straßenbahn an eine andere abgeben kann.

Die Freiburger Verkehrs AG (VAG) hat am Montag (10. Dezember) ihren zweiten Schwungradspeicher in Betrieb genommen. Rund 420.000 Euro kostete die Anlage, die mit 380.000  Euro durch das Klimaschutzprogramm der Stadt Freiburg gefördert wurde. Der Speicher schafft eine jährliche Energieeinsparung von rund 250.000 kWh; dies entspricht etwa 1500 Tonnen CO2.

Dafür nimmt er die anfallende Bremsenergie von Stadtbahnfahrzeugen auf und gibt diese bei Bedarf an anfahrende Fahrzeuge ab. Ein Schwungrad mit etwa einem Meter Durchmesser und einem Gewicht von 1,9 Tonnen wird durch überschüssigen Bremsstrom in eine Rotationsbewegung versetzt. Dabei kann eine Drehzahl von bis zu 3450 Umdrehungen pro Minute erreicht werden. So wird die elektrische Energie in Bewegungsenergie umgewandelt. Immer dann, wenn die Spannung in der Oberleitung aufgrund einer anfahrenden Stadtbahn sinkt, wird die im Schwungrad gespeicherte Energie als Fahrstrom zur Verfügung gestellt.

Standortwahl entscheidend für Einsparpotenzial

Allerdings können nur in der Nähe fahrende Fahrzeuge die Energie des Schwungradspeichers aufnehmen. Da häufig in der Nähe von Endhaltestellen oder auf weniger befahrenen Strecken kein Verkehr herrscht, sollte der Speicher an einer viel befahrenen Stelle errichtet werden. Dies ist an der Strecke zwischen Komturplatz und Gundelfinger Straße der Fall, wo der Speicher nun Strom aufnehmen und abgeben kann. Das sei ein Hauptkriterium für die Standortwahl für den neuen Energiespeicher gewesen, erläutert VAG-Vorstand Stephan Bartosch. "Daneben spielten aber auch noch Fragen wie Grundstücksverhältnisse, die Nähe zur Wohnbebauung oder die Zuwegung eine Rolle", führt er weiter aus.

Die neue Anlage ist nahezu baugleich mit der bereits seit März 2013 an der Wendeschleife Landwasser befindlichen Einrichtung. Dort können jährlich 230.000 kWh eingespart werden.  (hol)