Der neue Oberleitungsbus wurde aus der Schweiz angeliefert.
Bild: © Salzburg AG

Oberleitungsbus ohne Leinenzwang

Die neuen Fahrzeuge der Salzburg AG können Teilstrecken im Batteriebetrieb zurücklegen.

Auf dem Betriebsgelände der Salzburg AG ist der erste Oberleitungsbus mit Traktionsbatterie (eObus) der Schweizer Firma Hess eingetroffen. Bis zum Jahresende sollen noch weitere zehn eObusse geliefert werden, ehe im ersten Halbjahr 2020 alle 15 bestellten Fahrzeuge Salzburg erreicht haben werden.

Durch die Anschaffung der neuen Obus-Flotte und die Aufrüstung mit Batterien kann die Linie 5 um gut vier Kilometer über die Salzburger Stadtgrenze hinaus bis nach Grödig verlängert werden. „Und das ganz ohne einen einzigen Meter neuer Oberleitung“, freut sich Verkehrslandesrat Stefan Schnöll. „Wir setzen damit einen weiteren wichtigen Schritt, um das Öffi-Netz zwischen der Stadt und den umliegenden Gemeinden zu verbessern. Je besser das Angebot ist, desto eher sind die Menschen auch bereit auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen und damit einen wichtigen Beitrag zur Entlastung unserer Straßen beizutragen.“

Selbstlernendes Energiemanagement

Die Traktionsbatterie des eObusses wird während des Fahrbetriebs über die Stromversorgung der Oberleitung aufgeladen und ist dann auch ohne Fahrleitung einsatzfähig. Das selbstlernende Energiemanagementsystem optimiert die Rückgewinnung von Bremsenergie des Fahrzeugs zum Laden der Batterie. Die Hauptaufgabe dieses Systems besteht darin eine ideale Ladestrategie für die Traktionsbatterie zu definieren. Das komme der vorausschauenden Nachladung der Batterie im Oberleitungsbetrieb zu Gute.

Der 18,7 Meter lange Gelenk-Obus bietet 155 Personen Platz und wurde aus der Schweiz mit einem großen Tieflader nach Salzburg gebracht. Die Kosten pro eObus inklusive dem patentierten Energiemanagementsystem belaufen sich auf ca. 1 Mio. Euro.  In den nächsten Tagen finden Test- und Messfahrten statt, bevor der eObus zum ersten Mal auf der Strecke eingesetzt wird. (wa)