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Bild: MVV GmbH

ÖPNV: Drei Viertel für Alkoholverbot in Zügen

Videoüberwachung und uniformiertes Personal in Bahnen wünschen sich in einer Umfrage 79 % der Befragten; Ein Alkoholverbot findet 73 % Zustimmung.

Die Repräsentativbefragung, die das Verkehrsverbündnis Allianz pro Schiene, der Fahrgastverband Pro Bahn und der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) in Auftrag gegeben haben, zeigt, dass sich 91 % der Befragten 2013 im öffentlichen Verkehr sicher fühlen. Letztes Jahr seien es 89 % der Reisenden gewesen, die den ÖPNV als sicher einstuften.

Laut Forsa, das die Befragung durchführte, rangieren Videoüberwachung und uniformiertes Personal bei den Befragten ganz oben. Die zur Zeit öffentlich umstrittene Videotechnik werde von den Reisenden in den Zügen zwar sehr positiv bewertet, die Nutzer hätten aber an den Bahnhöfen andere Probleme. Gewünscht wird am häufigsten, d. h. zu 91 %, ansprechbares Sicherheitspersonal oder uniformiertes Bahn- oder Buspersonal (84 %). Erst an dritter Stelle rangiere die Videoüberwachung. Allerdings plädieren nur 27 % der befragten Personen für mitfahrende Polizeibeamte.

Für ein generelles Alkoholverbot in den Zügen stimmten 73 %. "Dass drei Viertel der Reisenden ein Alkoholverbot in Zügen gutheißen, hat uns überrascht und wird den Aufgabenträgern und Unternehmen zu denken geben", sagte dazu der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn. Er sieht die öffentliche Hand in der Pflicht, wenn es um die Finanzierung von Sicherheitspersonal in den Zügen geht: "Ziel sollte sein, dass von 21–6 Uhr und an Wochenenden ansprechbares Personal in jedem Zug mitfährt".

Weitaus schlechter schnitt das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste an Bahnhöfen oder Haltestellen ab. Nur 58 % der Reisenden fühlen sich dort 2013 sicher, im letzten Jahr waren es sogar nur 54 % gewesen. Dies habe im Zweifelsfall auch Auswirkungen darauf, "ob jemand den öffentlichen Verkehr nutzt oder eher meidet", so der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege. Da kaum ein Bundesland Zahlen zu Gewalttaten im ÖPNV veröffentliche und der Bund unter dem Oberbegriff "Gewalt und Belästigungen" den öffentlichen Verkehr nicht separat ausweise, fordert er einen Bundesbericht zur Sicherheit im ÖPNV. (sg)