Ein Zug der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Bild: www.Rudis-Fotoseite.de / pixelio.de

ÖPNV: Erstmals über 10 Milliarden Fahrgäste

Der öffentliche Personennahverkehr verzeichnet erneut einen Fahrgastrekord. Der Sanierungsstau bereitet dem VDV aber weiter Sorgen.

10,004 Milliarden Fahrgäste sind im vergangenen Jahr mit den Bussen und Bahnen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) gefahren. Damit wurde erstmals die Marke von 10 Mrd. Fahrgästen überschritten. Die Zahl der ÖPNV-Nutzer stieg damit um 0,5 Prozent im Vergleich zu 2014. Die Fahrgastzahlen stiegen damit seit 1997 zum 18. Mal hintereinander. Dies gab der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) am vergangenen Mittwoch an seiner Jahrespressekonferenz in Berlin bekannt.

Die gestiegenen Fahrgastzahlen führten zu einem entsprechenden Zuwachs bei den Fahrgeldeinnahmen auf 11,7 Mrd. Euro. Das sind 3,5 Prozent mehr als 2014. Der Kostendeckungsgrad sank hingegen im Branchendurchschnitt leicht um 0,5 Prozent auf 76,6 Prozent. "Mit diesem Kostendeckungsgrad liegen wir noch immer an der Spitze im europäischen Vergleich der ÖPNV-Systeme", stellte VDV-Präsident Jürgen Fenske klar. Der deutsche ÖPNV müsse aber inzwischen immer mehr Geld in die Erneuerung der Fahrzeuge und Infrastrukturen investieren. Das liege am wachsenden Sanierungsstau – dieser liege mittlerweile bei über vier Mrd. Euro – und an der angespannten Haushaltslage vieler Kommunen, so Fenske. Der VDV hoffe, dass die Bodewig II-Kommission Vorschläge zur Lösung dieses Problems mache und diese dann zügig umgesetzt würden. Positiv wertete der VDV den jüngsten Beschluss des SPD-Parteivorstands, die Entflechtungsmittel auch über 2019 hinaus fortzuführen.

Das Sorgenkind der Branche bleibt gemäß VDV weiterhin der ländliche Raum. Zwar sei der Bus mit 4,2 Mrd. Fahrgästen (U-, Straßen- und Stadtbahn: 3,8 Mrd. Fahrgäste, SPNV: 2 Mrd. Fahrgäste) auch im vergangenen Jahr das mit Abstand meistgenutzte ÖPNV-Angebot gewesen, das habe aber vor allem am Zuwachs in den Städten und Ballungsräumen gelegen, so VDV-Präsident Fenske. In ländlichen Gegenden hingegen gehe die Nachfrage dagegen weiter zurück. (hoe)