Die Stadtwerke Augsburg rechnen bis 2024 mit einem Aufkommen von 70 Millionen Fahrgästen pro Jahr. Bild: © SWA

ÖPNV in Augsburg: Neue Straßenbahnen aus Bundesmitteln gefördert

In Augsburg steigen die Fahrgastzahlen im ÖPNV. Die Stadtwerke wollen deswegen zusätzliche Straßenbahnen beschaffen. Die ersten neuen Bahnen sollen 2022 rollen.

Die Stadtwerke Augsburg (SWA) planen in den nächsten fünf Jahren den Kauf von 27 neuen Straßenbahnen. Eine Ausschreibung läuft, im September 2019 soll eine erste Tranche bestellt werden. Ab 2022 sollen die ersten fünf Trams in Augsburg ankommen, um noch für den Betrieb im Bahnhofstunnel erprobt zu werden. Die neuen Trams werden wie die anderen Großraum-Straßenbahnen um die 40 Meter lang sein und 250 Fahrgäste aufnehmen können.

Der bayerische Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) übergab am Dienstag einen Förderbescheid über 8 Mio. Euro für den Kauf der ersten fünf neuen Trams. Die Fördersumme beträgt rund 40 Prozent des Anschaffungspreises von etwa 20 Mio. Euro. Das Geld stammt aus Luftreinhaltungsmitteln des Freistaates. "Der öffentliche Nahverkehr muss in der Attraktivität vergleichbar mit dem Auto sein, wenn er genutzt werden soll", äußerte Reichhart bei der Übergabe des Bescheids.

Steigende Zahlen durch Ausbau des Streckennetzes

Die SWA rechnen derweil damit, dass sich in den nächsten fünf Jahren die Zahl der Einzelfahrten mit Bussen und Straßenbahnen um über zehn Prozent erhöhen wird. Sie wird demnach von derzeit 62 Millionen auf 70 Millionen pro Jahr steigen. "In Augsburg steigen die Fahrgastzahlen im bundesweiten Vergleich mit am stärksten", erläuterte dazu Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU). Die Erwartung steigender Fahrgastzahlen ergibt sich laut SWA-Chef Walter Casazza unter anderem aus dem Ausbau des Angebots, denn vor zehn Jahren lag die Zahl der Fahrten bei etwa 55 Millionen pro Jahr.

Der Ausbau des Knotenpunktes am Königsplatz und die Eröffnung der Linie 6 brachten den SWA einen deutlichen Zuwachs an Fahrgästen. Bis 2024 werden der Bahnhofstunnel und voraussichtlich auch die Verlängerung der Linie 3 nach Königsbrunn fertiggestellt sein. Die Inbetriebnahme der Linie 5 zur Uni-Klinik, für die aber derzeit kein Fertigstellungstermin prognostiziert wird, wird zusätzlich zu den beiden anderen genannten Projekten eine weitere Aufstockung des Fuhrparks der SWA nötig machen. (sig)