Heutige Routenplaner beziehen zum Beispiel Fußwege nicht mit ein, weist das KIT auf ein der bisher ungenutztes Potenziale hin.

Per Algorithmus schneller am Ziel

ÖPNV-Apps navigieren Reisende zwar durch den Verkehrsdschungel, präsentieren aber oft nicht die jeweils effizienteste Route. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) könnte hier Abhilfe schaffen.

Apps des Öffentlichen Nahverkehr sind beliebt: Sie helfen, mit Bus oder Bahn ans Ziel zu kommen. Allerdings, so das KIT: die digitalen Helfer nennen, wenn man die Zahl der Umsteige oder gar weitere Verkehrsmittel wie Autos oder Fahrrad einbezieht, keineswegs die beste Route.

"Heutige Routenplaner beziehen zum Beispiel Fußwege nicht mit ein", sagt Dorothea Wagner, Leiterin des Instituts für Theoretische Informatik am KIT. Dabei könne es unter dem Strich durchaus schneller sein, zehn Minuten zur Bushaltestelle zu laufen, als um die Ecke in die U-Bahn zu steigen, so die Professorin für Algorithmik.

Datenmasse ist noch das Problem

Ähnlich sei es bei Taxi oder Fahrrad, ebenfalls bei Park-and-Ride-Szenarien, wenn Reisende das eigene Auto in der Nähe von Haltestellen des ÖPNV abstellen und mit Bus und Bahn weiterfahren.

Dabei sei es algorithmisch nicht einmal sonderlich anspruchsvoll, den schnellsten Weg zu identifizieren, sagt Wagner. Entsprechende Programme gebe es sogar schon seit 20 Jahren. Allerdings sei die Masse an Daten das Problem. "Wir müssen also schneller werden", so die Expertin.

Erste Ergebnisse im September

Gelingen soll dies, indem geschickte Vorberechnungen mit schnellen Algorithmen zum Ermitteln der besten Verkehrsverbindung kombiniert werden. Erste Ergebnisse dazu sollen im September bei der internationalen Konferenz ALGO in München präsentiert werden.

Planern des öffentlichen Nahverkerhs sollen diese Ergebnisse helfen, ihre Fahr- und Einsatzpläne zu optimieren. (sg)