Vor allem im Potsdamer Straßenbahnverkehr fehlt es an Fachkräften.
Bild: © Siemens AG

Potsdam: Personallage bei den „Öffis“ entspannt sich langsam

Vergangenes Jahr verschärfte sich der Mangel an Bus- und Bahnfahrern so stark, dass sogar der Fahrplan in der Landeshauptstadt angepasst werden musste. Mittlerweile zeigt das Recruiting allerdings Erfolg.

Im Juni 2018 spitzte sich der Fahrermangel bei den Verkehrsbetrieben Potsdam (ViP) soweit zu, dass vorzeitig auf den Ferienfahrplan mit einer ausgedünnten Taktung umgestiegen werden musste. Grippewelle und Urlaubssaison machten der ViP zu schaffen. Ein dreiviertel Jahr hat sich die Lage deutlich verbessert.

Insgesamt 53 neue Fahrer stellten die Potsdamer 2018 ein. 33 davon haben das Bussteuer übernommen, während der Rest auf den Tramschienen der Stadt unterwegs ist. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, das Angebot ist stabil“, erklärten Oliver Glaser und Martin Grießner, Geschäftsführer der ViP.

Recruiting-Kampagnen geplant

Die Prognosen für dieses Jahr knüpfen an die positive Entwicklung nach der Personalflaute vergangenen Sommer an. Zwei laufende Lehrgänge der Tramfahrschule schließen demnächst ihre Ausbildung ab.

Auch künftig wollen die Verkehrsbetriebe in das Recruiting neuer Mitarbeiter aber auch in die Bindung des bestehenden Personals investieren. Neben einer eigenen Arbeitgeber-Kampagne steht auch die Teilnahme an einer vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) initiierten Kampagne an.

Kundenzufriedenheit leicht rückläufig

Ein weiteres Argument für potenzielle, neue Fachkräfte erzielte die Gewerkschaft Verdi. Ab April erhalten die Beschäftigten im ÖPNV fünf Prozent mehr Lohn pro Monat. Weitere 3,5 Prozent mehr gibt es ab kommenden März.

Für die Verkehrsbetriebe sind all das notwendige Investitionen in die Kundenbindung. Immerhin zeigt die Auswertung der Kundenzufriedenheit aus dem Jahr 2018 einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. 802 Fahrgäste wurden im vergangenen April zur Zufriedenheit mit den Fahrzeugen, den Haltestellen und dem Service befragt. Lag die Zufriedenheit nach dem branchenüblichen PSI-Index 2018 bei 2,2 waren es im Vorjahr noch 2,26. Für die PiV spiegelt das minimal schlechtere Ergebnis die verschärfte Personalsituation wieder. (ls)