Um deutlich mehr Elektrobusse betreiben zu können, muss der Betriebshof mit den großen Wagenhallen umgerüstet werden. Die nötigen Arbeiten erklären (v. l.) Betriebsleiter Eckhard Schläfke, Dirk Wernicke, technischer Geschäftsführer, und Werkstattleiter Klaus Kock.
© Stadtwerke Münster

SW Münster elektrifizieren Betriebshof

Ein „neuer“ Betriebshof für eine neue Generation von Bussen - die E-Mobilitätsoffensive des Kommunalversorgers erfordert Umbaumaßnahmen.

Die Stadtwerke Münster waren einer der Vorreiter in Sachen elektrifizierter ÖPNV – bereits 2015 haben sie fünf E-Busse als Prototypen in ihre Flotte integriert. Nun steht die Lieferung der ersten fünf Elektrofahrzeuge außerhalb der Testphase an. Bis 2030 sollen 100 E-Busse im Münsteraner Streckennetz unterwegs sein, dafür machen die Stadtwerke jetzt schon den Betriebshof fit.

Da die E-Stadtbusse alle mit Ökostrom „betankt“ werden, steht auf dem Betriebshof bereits ein Batteriespeicher bereit, der tagsüber über die PV-Anlage auf der Wagenhalle versorgt wird. Bis Ende 2019 soll die „passende Infrastruktur“ am Standort in der Rösnerstraße geschaffen werden, erklärt Dirk Wernicke, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke.

Schnellladestationen sorgen für Zwischenladung

Geplant sind zunächst 24 Ladepunkte, an denen jede Nacht mindestens 40 Busse "betankt" werden können, um morgens zu Betriebsbeginn voll geladen in das Liniennetz zu starten. Hierfür ist ein kabelloses Ladesystem vorgesehen – per Knopfdruck verbinden sich die Dachstromabnehmer der Fahrzeuge mit der Ladehaube, die an der Decke der Wagenhalle angebracht wird. Da die Busse die ganze Nacht laden können, laufen die Ladehauben mit einer geringeren Leistung zwischen 75 und 100 kW. Das schont die Batterie.

Die fünf neuen Fahrzeuge sind mit Batterien für eine halbe Tagesleistung ausgestattet. Für eine Nachladung im Streckennetz sind auf der Linie 14 zwei Schnell-Ladestationen an den jeweiligen Endhaltestellen installiert. Der Akku im Heck der Busse wird innerhalb von fünf bis zehn Minuten voll geladen und die Fahrt kann weitergehen.

Großteil der Kosten wird subventioniert

Die Elektromobilitätsoffensive lassen sich die Stadtwerke einiges kosten: Allein die fünf neuen Busse schlagen mit 2,4 Mio. Euro zu Buche, was etwa der doppelten Summe für die Anschaffung herkömmlicher Dieselbusse entspricht. Zwar werden die Mehrkosten zu 60 Prozent vom Land NRW gefördert, allerdings kostet auch der Umbau des Betriebshofes 1,35 Mio. Euro. Die Landesregierung zeigt sich auch hier spendabel und übernimmt 90 Prozent der Ausgaben. (ls)