SWT testen einen Elektro-Bus 22.01.15 Bild: Metz
Bild: SWT/Metz

Tübingen testet Elektrobus

Verkehrsexperten des Stadtverkehrs Tübingen testen einen Elektrobus eines niederländischen Herstellers.

Die Entwicklung in Tübingen kontinuierlich zu beobachten und zu begleiten, das haben sich die Verantwortlichen der Abteilung Stadtverkehr der Stadtwerke Tübingen (SWT) zum Ziel gesetzt. Nach Testreihen mit Elektro- und Hybridbussen zwischen 2011 und 2012 haben die SWT jetzt eine Woche lang einen Bus mit Elektroantrieb für den Einsatz im Linienverkehr getestet. Das Besondere an diesem Modell: Die elektrische Ausstattung ist "made in germany" und stammt von der Firma Ziehl-Abegg aus Künzelsau, Baden-Württemberg.

Das Testmodell VDL Citea SLF-120 verfügt über eine Reichweite von bis zu 80 km. Bei Bestellung würde der Bus mit voller Batteriekapazität ausgeliefert werden und dann über eine Reichweite von bis zu 180 km verfügen. Mit seinen zwei Nabenmotoren und einer Leistung von jeweils 99 kW fährt der Bus rein elektrisch und emissionsarm. Für die Aufladung der vollen Kapazität werden über Nacht insgesamt etwa 8 h benötigt. Platz bietet das rund 18 t schwere Fahrzeug für rd. 80 Fahrgäste mit 28 Sitz- und 52 Stehplätzen.

Im Vergleich zu einem herkömmlichen Dieselfahrzeug mit der höchsten Abgasnorm Euro 6 sind Elektrobusse, wie das getestete Modell, immer noch teurer in der Anschaffung. Welche Fördermöglichkeiten es von Bund und Land für eine eventuelle Beschaffung gibt, sondiert der Stadtverkehr Tübingen derzeit. Zuvor sollen jedoch die während der Testwoche erhobenen Daten zum Fahrverhalten, Berggängigkeit, Antrieb, Innenausstattung und Fahrkomfort ausgewertet werden. "Uns ist es wichtig, dass wir uns umfassend mit dem Thema Alternativer Antriebssysteme für den Stadtverkehr befassen. Das wird nicht der letzte Test dieser Art sein. Denn gerade in Tübingen mit seiner speziellen Topographie durch das starke Berg- und Talgefälle sind Busse mit Elektromotoren besonders gefordert", so Hans Zeutschel, Abteilungsleiter Stadtverkehr bei den SWT.

Zwei Vorteile können schon jetzt festgehalten werden, melden die Stadtwerke: Die Energiekosten für den Betrieb liegen etwa um die Hälfte niedriger als die Kraftstoffkosten für einen konventionellen dieselbetriebenen Bus. Auch für die Umwelt bringt der Elektrobetrieb Vorteile mit sich, sofern bei der Aufladung auf Strom aus erneuerbaren Energien gesetzt wird. Das wäre bei den SWT mit dem Ökostrom "Bluegreen" der Fall. Auf diese Weise könnten durch den Einsatz eines Elektrobusses im Stadtverkehr Tübingen pro Jahr verglichen mit einem Dieselfahrzeug mit einem Gesamtjahresverbrauch von rd. 30 000 l Kraftstoff etwa 78 t/a CO2 eingespart werden. (hi)