Seit ersten März testet der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr eine Ticketapp für flexibleres Fahren im gesamten Streckennetz.
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Verkehrsverbund Rhein-Ruhr: Neues Ticket lichtet Tarifdschungel

Seit Anfang März läuft die Testphase für das neue smarte Ticketangebot vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). Die lästige Tarifsuche hat damit vielleicht bald ein Ende.

Bereits 6000 Kunden nehmen an der mehrmonatigen Pilotphase für die App-basierte Ticketgeneration teil. Nachdem sich Fahrgäste bei der „nextTicket“-App mit ihren Personalien und Bankdaten registriert haben, können sie ihren Fahrtweg bequem über die App abrechnen und müssen sich so keine Übersicht mehr über alle möglichen Tarife verschaffen. Der Praxistest verläuft zunächst in zwei Phasen, teilten die westfälischen Verkehrsbetriebe mit.

In der ersten Phase checken Kunden vor Fahrtantritt über die App ein und checken beim Erreichen ihres Ziels wieder aus. Am Monatsende werden alle Fahrten vom System zusammengefasst, so wie der Fahrgast sie idealerweise mit Angeboten aus dem Sortiment von 4er- und 10er Tickets und dem 24-Stunden-Ticket, zusammenstellen würde. Die App kalkuliert im Nachhinein die billigsten Ticketkombinationen und legt den Kunden nicht, wie ein herkömmliches Ticket vor Fahrtantritt auf bestimmte Strecken und Geltungszeiträume fest.

Kilometerpreis statt Preisstufen

In Phase 2 steht ein neuer Tarif auf dem Prüfstand: Der Preis wird auf Basis der zurückgelegten Kilometer im Streckennetz berechnet. Dadurch soll das Preisstufenmodell abgelöst werden. Kunden zahlen neben einem Festpreis von 1,40 Euro bis 1,45 Euro pro Fahrt einen Kilometerpreis in Höhe von 20 Cent pro Kilometer. Insgesamt liegt der Preis für eine Fahrt nie höher als ein Ticket für das gesamte Streckennetz (Preisstufe D).

Die „nextTicket“-App lässt sich bequem über den jeweiligen App-Store herunterladen. Der VRR sucht weiterhin Fahrgäste, die das neue Angebot ausprobieren möchten. Vor allem für Gelegenheitsfahrer lohnen sich die geplanten Modelle. (ls)