Die VRR-Fahrgäste waren trotz Unpünktlichkeit fast genauso zufrieden wie im Vorjahr: Durchschnittlich wurde die Note 2,2 vergeben.
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VRR: Positive Jahresbilanz – aber nicht auf der Schiene

Insgesamt konnte der VRR eine positive Bilanz für 2018 ziehen. Allerdings nicht im Schienenverkehr: Hier gab es eine Verschlechterung.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) zieht eine positive Bilanz für 2018: Die Ticketumsätze stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent auf insgesamt 1,319 Mrd. Euro. Das sind 20,7 Mio. Euro mehr als 2017.

Als Grundlage für die Einnahmeentwicklung gibt der VRR die strukturellen und preislichen Anpassungen im Tarif an. Der Einnahmeanteil bei den Stammkunden liegt mit 975,7 Mio. Euro bei 74 Prozent. Die Tarifangebote für Vielfahrer sind somit eine wesentliche Ertragssäule im ÖPNV. Die Anzahl der zurückgelegten Fahrten im Verbundraum ist 2018 auf 1,140 Milliarden zurückgegangen. Das ist ein Prozent weniger als im Vorjahr. Der VRR führt die leicht sinkenden Zahlen unter anderem auf die verstärkt aufgetretenen Verkehrsprobleme durch Baustellen zurück.

Bilanz zufriedenstellend

"Mit unserer Einnahmen-/Fahrten-Bilanz 2018 können wir im VRR weitestgehend zufrieden sein. Allerdings sind die benötigten Einnahmen zur Deckung der Aufwandssteigerungen von rund 30 Mio. Euro bei den Verkehrsunternehmen um fast 10 Mio. Euro verfehlt worden. Diese Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen, die Schere zwischen Aufwand und Einnahmen wird sich signifikant vergrößern", erklärt VRR-Vorstand José Luis Castrillo.

Mit "nextTicket" hat der VRR seinen Fahrgästen im Rahmen eines sechsmonatigen Praxistests einen neuen elektronischen Tarif über das Smartphone zur Verfügung gestellt. Ende August 2018 beendete der VRR den technischen Betrieb des vom Verkehrsministerium des Landes NRW geförderten Projektes. "Der VRR ist zufrieden mit dem Verlauf des Praxistests. Die Marktforschungsergebnisse zeigen, dass Nutzer einen elektronischen Tarif positiv annehmen und dieser für viele eine Alternative zu herkömmlichen Ticketing-Modellen sein kann", berichtet Castrillo. Der E-Tarif soll zeitnah am Markt eingeführt werden.

Schlechtere Qualität auf der Schiene

Im SPNV-Qualitätsbericht 2018 gibt der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) einen Überblick über die Pünktlichkeit der Linien und den Zustand der Fahrzeuge. Der Report dokumentiert wie Fahrgäste das SPNV-Angebot einschätzen. Im Vergleich zu 2017 hat sich die Qualität im Jahr 2018 insgesamt verschlechtert. Der VRR habe bereits zahlreiche Gespräche geführt und Maßnahmen gefordert, um die Situation für die Fahrgäste zu verbessern. Die anhaltend schlechte Qualität führte letztlich zu den Abmahnungen gegen zwei Eisenbahnverkehrsunternehmen.

Mit einer durchschnittlichen Verspätung von einer Minute und 51 Sekunden waren die Schienenfahrzeuge im VRR insgesamt unpünktlicher unterwegs als im Vorjahr (eine Minute und 43 Sekunden). Nur bei den Regionalbahnen hat sich die Situation verbessert. Zudem gab es mehr vorhersehbare Zugausfälle, die in der Regel durch Baustellen im Schienennetz der Deutschen Bahn bedingt waren.

Vorhersehbare Einschränkungen

"Baumaßnahmen an der Eisenbahninfrastruktur und insbesondere damit verbundene Streckensperrungen schränken die Mobilität der Fahrgäste enorm ein. Deshalb müssen das Baustellenmanagement kontinuierlich verbessert und die Arbeiten sehr gut geplant sowie möglichst zügig und reibungslos abgewickelt werden, damit sich die Einschränkungen für unsere Kunden im Rahmen halten", erklärt Ronald Lünser, Vorstandssprecher des VRR. (hol)