Bus und Bahns sind in Stuttgart so beliebt wie noch nie. Das kostet den VVS allerdings auch Geld.
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VVS: Rekordbilanz dank Tarifreform

In Stuttgart ist das Bus- und Bahnfahren seit Frühjahr einfacher und oftmals sogar günstiger. Bei den Schwaben kommt das an, wie die Halbjahreszahlen des Verkehr- und Tarifverbundes beweisen.

Der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) legt mit seiner Halbjahresbilanz einen neuen Fahrgastrekord vor. In den ersten sechs Monaten diesen Jahres wurden über 192 Mio. bezahlte Fahrten in und um die Schwabenmetropole registriert. Das sind rund vier Mio. Fahrten mehr als noch im Vorjahreszeitraum. Vor allem Stammkunden sorgten für das kräftige Plus.

So habe der VVS rund acht Prozent mehr Abonnenten als zur gleichen Zeit vergangenes Jahr. Der Löwenanteil davon entfällt auf den Berufsverkehr. Mittlerweile 89.000 Arbeitnehmer und damit 4,6 Prozent mehr im Vergleich zu 2018 fahren mit Jobtickets zur Arbeit. Rund 1000 Arbeitgeber gewähren ihren Mitarbeitern einen Zuschuss zum Fahrtpreis.

Boom bei den Älteren, Schwächen beim Nachwuchs

Aufwärts geht es auch für das Senioren-Ticket. 3,1 Prozent mehr Menschen nutzen das Ticketangebot. Konkret bedeutet das: Über 43.000 ältere Damen und Herren sind im ersten Halbjahr im VVS-Gebiet unterwegs gewesen. Weniger positiv entwickelt sich der Trend bei den Jüngeren: Sowohl Schüler- als auch Studierendenabos entwickeln sich rückläufig. Was sich bei den Schülern bereits seit Jahren abzeichnet, ist für den Hochschulbereich seit dem Wintersemester 2018/19 neu. Die Studierendenzahlen in der Region um die Landeshauptstadt geht zurück, das merken auch die Öffis.

Insgesamt ist der Ausbildungsverkehr im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent gesunken, wobei das Scool-Abo 1,3 Prozent und das Studi-Ticket 3,1 Prozent einbüßen mussten. Positives gibt es dank der Tarif-Reform im April diesen Jahres aus dem Gelegenheitsverkehr zu vermelden.

Gewinneinbußen

Einzel-, 4er- und Tagestickets, die alle samt leicht rückläufig waren, haben um 0,7 Prozent aufgeholt. Besonders das Tagesticket hat von der VVS-Reform profitiert und verbucht nun einen Anstieg von 14,3 Prozent.

Auch wenn sich die Fahrgastzahlen positiv entwickeln, haben sich die Einnahmen des VVS im ersten Halbjahr um rund zehn Mio. Euro auf 258 Mio. Euro verschlechtert. Geschuldet ist das laut dem Verbund Preissenkungen und erhöhten Erstattungsleistungen im Zusammenhang mit der Tarifreform. So erhalten Kunden eines VVS-Tickets, das vor April 2019 gekauft wurde über April 2019 hinaus gültig ist, eine Rückzahlung. (ls)