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10 Oktober 2017 | 14:30

"Angebot an die Politik"

Ausschnitt aus dem Deckblatt der Leitstudie "Integrierte Energiewende" der Deutschen Energie-Agentur. Das Zwischenfazit aus der Studie stellte die Dena am 10. Oktober 2017 in Berlin vor., Screenshot: © Dena
Screenshot: © Dena
Ausschnitt aus dem Deckblatt der Leitstudie "Integrierte Energiewende" der Deutschen Energie-Agentur. Das Zwischenfazit aus der Studie stellte die Dena am 10. Oktober 2017 in Berlin vor.
Die Dena legt eine Studie zur integrierten Energiewende vor. Ein technologieoffener Ansatz wird als der beste Pfad gesehen.

Die Reduktion der CO2-Emmissionen um 90 Prozent bis 2050 ist möglich – kostengünstig gehe das aber nur mit einem technologieoffenen Ansatz. Zu diesem Schluss kommt eine von der Deutschen Energie-Agentur (Dena) heute vorgestellten Studie zur integrierten Energiewende. Wichtig sei, bereits heute bekannte Technologien in einem ambitionierten Transformationspfad zu nutzen, erklärt der Vorsitzende der Geschäftsführung, Andreas Kuhlmann. Im Prinzip handelt es sich um ein Zwischenfazit einer in der Folge des Klimaschutzplanes 2050 aufgesetzten Studie, da schon damals deutlich wurde, dass die Stakeholder, also die Unternehmen der Sektoren Gebäude, Industrie, Energieerzeugung und -verteilung sowie Mobilität, zu wenig bei dem Prozess integriert wurden, so Kuhlmann.

Bisherige Studien fußen auf einem Top-Down-Ansatz, bei dem die Entwicklung mit theoretischen Ansätzen moduliert wurde. Die Dena nutzte jetzt erstmalig ein Bottom-Up-Konzept, bei dem 50 Stakeholder, darunter auch Ministerien und die Wissenschaft, mitwirkten.

Noch keine konkrete Zahlen

Bislang könne die Dena noch keine konkreten Zahlen nennen, doch eine valide Einschätzung der Sachlage sei möglich. Im Sommer nächsten Jahres will Kuhlmann präzisere Daten präsentieren. Im Prinzip sei das Zwischenfazit ein "Angebot an die Politik" – jetzt kurz vor den Koalitionsverhandlungen –, sich mit den effizientesten Pfaden auseinanderzusetzen. Kuhlmann bedauert, dass es bislang keine Studie gebe, die die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der Energiewende fokussiere.

Zum Aufbau der Studie: Die Dena untersuchte drei Szenarien: ein Referenz-Szenario mit einer Fortschreibung der Entwicklung, ein Elektrifizierungs- und ein Technologiemix-Szenario. Beim Referenz-Szenario werde eine Reduktion von CO2 bis 2050 von lediglich 60 Prozent erreicht, beim Elektrifizierungs- und Technologiemix-Szenario jedoch von 90 Prozent. Bei den Untersuchungen habe sich aber herausgestellt, dass der Ansatz mit einem Technologiemix "deutlich günstiger und weitaus robuster" sei, da nicht nur auf einen Energieträger gesetzt werde. Zudem verschlinge der Elektrifizierungs-Pfad hohe Kosten für die Sanierung und den Netzausbau, da vor allem auf die Wärmepumpe gesetzt werde.

Erneuerbare stärker ausbauen

Wichtig für die Zukunft sei, den Sektor der Energieeffizienz weiter forciert auszubauen. "Eine Schippe drauflegen" müsse Deutschland auch beim Ausbau der erneuerbaren Energien: Die derzeit anvisierten 6,5 GW brutto seien viel zu wenig, hier werde ein Wert von acht GW netto nötig sein, um die Klimaziele zu erreichen, so Kuhlmann. Ebenfalls stärker erfolgen sollte der Netzausbau.

Welche Kraftanstrengung die Transformationen sei, machten die Zahlen für die gesicherte Leistung deutlich: So benötige der Technologiemix-Ansatz rund 100 GW an gesicherter Kraftwerksleistung und beim Elektrifizierungs-Szenario seien gar 150 GW gefordert. "Dies zeigt die gnadenlose Dimensionen, die die Energiewende abfordert", erklärt Kuhlmann. Welche Energieträger als Backup dienen sollten, sagte er nicht. CCS-Technologien sind in der Studie nicht berücksichtigt. (al)

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Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.