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13 Juli 2017 | 11:01

CO2-Steuer statt Stromsteuer

Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung 
plädiert für die Einführung einer CO<sub>2</sub>-Steuer., Bild: HCN
Bild: HCN
Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung plädiert für die Einführung einer CO2-Steuer.
Der Bundesverband Erneuerbare Energie spricht sich zusammen mit dem Klimaforscher Ottmar Edenhofer für eine CO2-Besteuerung aus.

Für eine aufkommensneutrale CO2-Besteuerung von Strom plädiert der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE). Dies soll den EU-Emissionshandel ergänzen. "Eigentlich muss es darum gehen, EU weit einen Mindestpreis für CO2 mit ökologischer Lenkungswirkung einzuführen". Dies unterstrich Harald Uphoff, kommissarischer Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) gestern bei der Vorstellung des Konzepts für eine CO2-Strombesteuerung. Denn der momentane CO2-Preis von nur fünf Euro pro Tonne im europäischen Emissionshandel biete keinerlei Anreiz für Klimaschutz und entsprechende Investitionen. Solange sich hieran nichts ändert und auch nicht größere Mengen CO2-Zertifikate vom Markt genommen werden, braucht es dringend eine nationale CO2-Stromsteuer, um die Klimaschutzziele zu erreichen, so der Verband. Damit soll der europäische Emissionshandel ergänzt werden.

Vorgeschlagen wird eine Besteuerung des Brennstoffverbrauchs für die Stromerzeugung von Anlagen in Höhe von mindestens 20 Euro pro Tonne CO2. Diese soll für Anlagen gelten, die am Emissionshandel teilnehmen sowie für konventionelle Kraftwerke und KWK-Anlagen über zwei Megawatt. Kombiniert mit dem derzeitigen Zertifikatepreis läge der CO2-Preis für die Energiewirtschaft damit bei etwa 25 Euro. Hiermit können die CO2-Emissionen in Deutschland bis 2020 um gut ein Drittel (110 Mio. Tonnen) gesenkt und so die Klimaschutzziele erreicht werden, berechnete das Analysehaus Energy Brainpool im Auftrag des BEE.

Keine Preiserhöhung bei Stromkunden

Um auch das Klimaziel einer CO2-Minderung von 61 Prozent bis 2030 im Stromsektor zu erfüllen, ist eine CO2-Steuer von 40 Euro nötig. Die Strompreise stiegen hierdurch auf 34 bis 55 Euro/MWh, was dem Niveau der Jahre 2011 bis 2014 entspricht. Die CO2-Steuer soll die bisherigen Stromsteuern, die keine ökologische Lenkungswirkung haben, ablösen und damit Preiserhöhungen bei Stromkunden kompensieren.

Eine weitere Dämpfung der Kosten für Endverbraucher ergibt sich durch Erhöhung des Marktwerts für erneuerbaren Strom. Denn aufgrund der höheren Börsenstrompreise verringern sich die Differenzkosten und damit die EEG-Umlage. Bei einer CO2-Steuer in Höhe von 20 Euro/Tonne entspricht dies einer Senkung der EEG-Umlage von 0,5 ct/kWh bis 2020.

Kohlekraftwerke aus dem Markt drängen

Prominenter Unterstützer des BEE-Vorschlags ist Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. "Eine ausreichende CO2-Bepreisung ist die Bedingung dafür, dass die Energiewende zum Erfolg geführt werden kann", unterstrich er. Wenn es nicht gelinge, vor allem die CO2-intensiven Kohlekraftwerke aus dem Markt zu drängen, würden die Klimaschutzziele von Paris verfehlt. Auch Dr. Torsten Bischoff, Leiter Unternehmenskommunikation von Trianel, unterstützt den Vorschlag, um CO2-arme Technologien wie Gaskraftwerken Chancengleichheit zu schaffen. Doch müsse dies um eine CO2-Besteuerung für die anderen Sektoren Wärme und Verkehr ergänzt werden. Zudem sei eine europäische Lösung erforderlich, um Verlagerungseffekte zu vermeiden, betonte auch Edenhofer. (hcn)

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Zahl des monats

428

Mio. Tonnen Kohlendioxid wurden energiebedingt
im ersten Halbjahr ausgestoßen. Laut der Denkfabrik
Agora Energiewende bedeutet dies, verglichen mit 2016, einen Anstieg von fünf Mio. Tonnen oder 1,2 Prozent.