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07 August 2017 | 09:39

Ein Solardach darf nicht blenden

Photovoltaik-Anlagen produzieren gerade um die Mittagszeit an sonnigen Tagen sehr viel Strom., Bild: Sebastian Göbel / pixelio.de
Bild: Sebastian Göbel / pixelio.de
Photovoltaik-Anlagen produzieren gerade um die Mittagszeit an sonnigen Tagen sehr viel Strom.
Besitzer einer Photovoltaik-Anlage muss Blendwirkung reduzieren, urteilt das Oberlandesgericht Düsseldorf in einem Nachbarschaftsstreit.

Ein Grundstückseigentümer muss es nicht hinnehmen, wenn ihn die Reflexionen einer benachbarten Photovoltaikanlage stark blenden. Dies hat das Oberlandesgericht Düsseldorf entschieden. Die Richter stellten eine wesentliche Beeinträchtigung durch das reflektierte Sonnenlicht fest. An mehr als 130 Tagen im Jahr treten demnach erhebliche Blendwirkungen auf, die bis zu zwei Stunden am Tag dauerten. Diese Beeinträchtigung müsste der Kläger nicht dulden.

Die Wertentscheidung im Erneuerbare-Energien-Gesetz zu Gunsten der Förderung von Photovoltaikanlagen führe zu keiner grundsätzlichen Duldungspflicht. Auch wenn der Gesetzgeber solche Anlagen fördert, dürfen sie nicht ohne Rücksicht auf die Nachbarschaft errichtet werden. Der Nachbar mit der Photovoltaikanlage muss die Blendungen durch geeignete Maßnahmen reduzieren, teilt das OLG Düsseldorf mit.

Landgericht hatte anders geurteilt


In der ersten Instanz hatte der geblendete Nachbar noch verloren. Das Landgericht Duisburg hatte vor dem Hintergrund der gesetzgeberischen Wertung im EEG eine grundsätzliche Duldungspflicht angenommen, unabhängig vom konkreten Ausmaß der Beeinträchtigung. Nach Auffassung des Oberlandesgerichts kommt es jedoch auf eine Einzelfallprüfung und die jeweilige konkrete Beeinträchtigung für die Nachbarschaft an.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Senat hat die Revision nicht zugelassen. Hiergegen kann aber noch Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt werden. (wa)

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